Die OMV bleibt hinter den Erwartungen zurück

Die OMV bleibt hinter den Erwartungen zurück

Im zweiten Quartal sank der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Clean CCS EBIT) um 15 Prozent auf 733 Millionen Euro, wie die OMV am Dienstag mitteilte. Damit schnitt der Konzern etwas schlechter ab als von Analysten erwartet. Die Experten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 743 Millionen Euro gerechnet.

Unter Berücksichtigung von Sondereffekten konnte die OMV für das erste Halbjahr 2013 einen Umsatz- und Gewinnsprung ausweisen. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 26 Prozent auf 1,93 Mrd. Euro, der Nettogewinn sogar um 31 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro. Allerdings sind darin mehr als 400 Mio. Euro an Einnahmen aus dem Verkauf der strategischen Ölreserven in Österreich im 1. Quartal enthalten. "Das ist natürlich nicht zu wiederholen", räumte OMV-Finanzchef David Davies am Dienstag bei der Präsentation der Halbjahreszahlen ein.

Der Einmaleffekt aus dem Verkauf der Ölreserven "ist aber kein Windfall Profit, der vom Himmel gefallen ist", betonte CEO Gerhard Roiss, "an diesem Einmaleffekt haben wir eineinhalb Jahr gearbeitet, um das zu ernten." Insgesamt 783 Mio. Euro betrugen die Einnahmen aus dem Verkauf der strategischen Reserven in Österreich, aber auch des Schmiermittel-Geschäfts in Österreich und der Tankstellen in Kroatien und Bosnien.

"Wir messen uns am CCS EBIT", betonte Roiss, "das ist bereinigt um Einmaleffekte und um Lagereffekte". Dieses CCS EBIT sei industrieweit stark gefallen, bei der OMV um rund 5 Prozent auf 1,584 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg gleichzeitig um 5 Prozent auf 21,345 Mrd. Euro, wovon 10,568 Mrd. Euro im 2. Quartal erwirtschaftet wurden.

Politisch instabile Lage in vielen Fördergebieten

"Wir haben eine politisch sehr instabile Lage in vielen unserer Fördergebiete", sagte Roiss, "sei es in Libyen, Tunesien, sei es im Nahen Osten". Ein Thema sei auch nach wie vor, "dass die Ölpreis-orientierten Gaspreise höher sind als wir dann von den Kunden diese bezahlt bekommen".

Die wichtigste Kennzahl sei jedoch der Free Cashflow von 1,6 Mrd. Euro, sagte Roiss, für ihn "das Highlight des ersten Halbjahres". Das sei wichtig, "weil wir wachsen wollen. Das ist die Energie, der Turbo." 1,2 Mrd. Euro wurden im Halbjahr investiert und darüber hinaus die Nettoverschuldung von 4,4 auf 2,2 Mrd. Euro halbiert. Der Verschuldungsgrad (Gearing) beträgt derzeit 15 Prozent. "Das ist Basis für Wachstum, und Wachstum muss man sich zuerst verdienen und dann exekutieren", sagte Roiss.

Hauptergebnisbringer der OVM war das Upstream-Geschäft (Exploration und Produktion) mit einem EBIT von 1,251 Mrd. Euro. Hier sei natürlich auf Grund des gefallenen Rohölpreises und auch auf Grund eines leichten Produktionsrückganges das Ergebnis leicht (-10 Prozent) gefallen. Ende des ersten Halbjahres habe man die Produktion in Libyen für einige Wochen schließen müssen, mittlerweile laufe die Produktion dort wieder "auf vollen Touren". Die aktuellen Streiks in Libyen haben laut E&P-Vorstand Jaap Huijskes "derzeit keine Auswirkungen" auf die OMV.

Im Bereich Gas & Power ist das bereinigte EBIT vor Sondereffekten gesunken, Hauptgrund seien die langfristigen Lieferverträge, sagte Gas-Vorstand Hans-Peter Floren. "Wir haben allerdings in diesem Jahr das Recht, die Preise anzupassen. Wir haben unsere Ansprüche gegenüber den Lieferanten geltend gemacht", sagte Floren. Der Anpassungstermin mit der Gazprom sei der 1.4. d.J., jener mit Statoil der 1. Oktober. "Wir sind in intensiven, fortgeschrittenen Verhandlungen und machen unsere Ansprüche geltend." Die OMV hat jetzt zwei Gaskraftwerke in Betrieb: Seit August 2012 in Brazi in Rumänien in Betrieb, seit Ende Juni 2013 auch Samsun in der Türkei - dort fährt man bereits unter Volllast, allerdings werden noch Tests durchgeführt.

Von einem sehr erfolgreichen Halbjahr sprach OMV-Raffinerievorstand Manfred Leitner. Man sei nicht nur wegen eines besseren Marktumfeldes besser gewesen, sondern wegen einer verbesserten Performance, betonte er. Die Auslastungsrate der Raffinerien betrage 91 Prozent, "das ist Industrie-Leadership". Bei den Kosten liege man um 5 Prozent unter dem Vorjahr.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2013 rechnet OMV-Chef Roiss mit einem Ölpreis über 100 US-Dollar. Die Raffineriemarken werden deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr, der Upstream-Bereich etwa auf Vorjahresniveau liegen. Die Investitionen sollen sich heuer auf ca. 2,8 Mrd. Euro belaufen, wovon 70 Prozent in E&P gehen.

Am Produktionsziel von 350.000 Fass pro Tag (bpd) im Jahr 2016 halte man fest, sagte E&P-Chef Huijskes.

Der Kurs der OMV-Aktie legte bis 13.40 Uhr um 0,90 Prozent auf 34,83 Euro zu. Der ATX stand zur gleichen Zeit um 0,47 Prozent höher.

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