"Die Bäume wachsen auch bei Lenzing nicht in den Himmel"

"Die Bäume wachsen auch bei Lenzing nicht in den Himmel"

Wegen der Wirtschaftskrise in Europa und des geringeren Wachstums in China werde der Betriebsgewinn (Ebit) auf 140 bis 170 Millionen Euro erneut deutlich sinken, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Analysten hatten zuletzt mit einem Betriebsgewinn von mehr als 200 Millionen Euro gerechnet.

"Die Bäume wachsen auch bei Lenzing nicht in den Himmel", sagte Firmenchef Peter Untersperger. Diese Botschaft kam auch an der Börse an: Die Lenzing-Aktie verlor mehr als fünf Prozent und war damit der größte Verlierer im ATX.

Bereits im vergangenen Jahr schrumpfte der Betriebsgewinn des oberösterreichischen Konzerns durch die geringere Nachfrage nach Textilien um rund 30 Prozent auf 255 Millionen Euro. Lenzing stellt Viskosefasern her, die dann als Ersatz für Baumwolle zu Bekleidung - aber auch zu Bettwäsche, Wattepads, Slipeinlagen oder Tampons - weiterverarbeitet werden.

Wegen der schwächelnden Nachfrage und dem Überangebot an Baumwolle sinken jedoch die Preise, die die Firma für ihre Fasern verlangen kann. Das dürfte sich auch 2013 nicht ändern: Der durchschnittliche Faserpreis wird nach Einschätzung des Konzerns auf 1,80 bis 1,90 Euro je Kilo zurückgehen, nach 1,96 Euro im vergangenen Jahr.

Daher verschiebt das Unternehmen auch sein 1,5 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm, das ursprünglich für die kommenden drei Jahre geplant war. "Es ist an der Zeit, unser Wachstumstempo den Umfeldbedingungen anzupassen. Wir werden zwar die 1,5 Milliarden ausgeben, aber nicht in der Zeitachse, die wir ursprünglich ins Auge gefasst haben", sagte Finanzchef Thomas Winkler. Details wollte er nicht verraten. Lenzing steckt seit Jahren viel Geld in den Aufbau der Kapazitäten in Indonesien, China und Österreich. Im laufenden Jahr sollen die Investitionen auf 260 von knapp 350 Millionen Euro im Vorjahr sinken.

Mindestdividende soll Aktionäre bei Laune halten

Um die Aktionäre in den schwierigen Zeiten bei Stange zu halten, stellte ihnen das Management für das laufende Jahr bereits eine Mindestdividende von 1,75 Euro je Aktie in Aussicht. Für 2012 soll die Ausschüttung auf zwei Euro von zuvor 2,50 Euro je Papier sinken.

Die schwierige Lage der Viskosefaserindustrie könnte Lenzing aber an anderer Stelle gerade recht kommen: Viele chinesische Konkurrenten seien derzeit in der Krise, sagte Untersperger. Die Österreicher bekämen daher laufend Übernahmekandidaten angeboten. Zwar gebe es derzeit keine entsprechenden Verhandlungen. Lenzing verfolge den Viskosefaser- und Zellstoffmarkt jedoch mit großem Interesse. Am Geld dürfte eine Übernahme nicht scheitern: Lenzing hatte Ende 2012 liquide Mittel von 482 Millionen Euro.

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