"Die Abstufung ist keine Überraschung"

"Die Abstufung ist keine Überraschung"

Die Entscheidung habe nur "begrenzten Einfluss" auf die Erste Group, erklärte ein Sprecher des Sparkassenspitzeninstituts am Mittwoch. Auch aus dem Umfeld der anderen Banken hieß es, es sei keine Verteuerung bei der Aufnahme neuer Schulden zu erwarten. Der Markt habe bereits mit einer schlechteren Note für die Kreditwürdigkeit gerechnet.

Die Ratingagentur Moody's hatte in der Nacht zum Mittwoch die Kreditnote für die Raiffeisen Bank International und die UniCredit -Tochter Bank Austria um je eine Stufe auf "A2" bzw. "A3" herabgesetzt, die für die Erste Group gleich um zwei Stufen auf "A3". Grund dafür sei das starke Engagement der österreichischen Institute in Zentral- und Osteuropa, hieß es. Die Erste Group sei wegen ihres umfangreichen Geschäfts in Märkten wie Ungarn oder Rumänien besonders anfällig für negative Entwicklungen in einzelnen Ländern.

"Generell schätzen wir das Geschäftsmodell der österreichischen Banken als risikoreicher ein, wenn man bedenkt dass die osteuropäischen Märkte riskanter sind als andere europäische Märkte - etwa der nordeuropäische Markt oder Österreich und Deutschland selbst", sagte Moody's-Analyst Mathias Külpmann zu Reuters. Die Analysten hoben dabei vor allem Länder wie Ungarn, Rumänien oder die Ukraine hervor, die mit geringen Wachstumsraten oder politischen Unsicherheiten zu kämpfen haben.

Österreichs Zentralbankgouverneur Ewald Nowotny mahnte zur Besonnenheit. "Das kommt nicht überraschend und soll man nicht überbewerten. Auch sieben deutsche Banken wurden zurückgestuft." Die österreichischen Banken seien in überwiegend stabilen Märkten in Osteuropa tätig, in denen es für die kommenden Jahre gute Wachstumsaussichten gebe.

Zu geringer Kapitalpuffer

Die Experten von Moody's kritisierten die im Vergleich zur europäischen Konkurrenz geringen Kapitalpuffer der österreichischen Banken. Zwar hätten sie diese in jüngster Zeit aufgestockt. Bei einer Verschlechterung des Umfelds könnte die wachsende Zahl an faulen Krediten jedoch zum Problem werden. Dennoch erwartet Külpmann, dass Österreichs Banken bis Mitte des Jahres die von der europäischen Aufsicht EBA geforderte harte Kernkapitalquote von neun Prozent erfüllen.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Geschäft in Osteuropa und das Anwachsen oder Schrumpfen der faulen Kredite abhängig von der Wirtschaftsentwicklung maßgeblich über Wohl und Wehe der österreichischen Banken bestimmt. Sie sind die größten Kreditgeber in der Region, die sie zu ihrem Kernmarkt zählen. An einen Rückzug aus Osteuropa denken die meisten Banken daher nicht.

Letztlich ist die Entwicklung der Banken auch ein wichtiger Faktor für die Bonitätsnote Österreichs. Das Land musste einigen Instituten nach den Verwerfungen durch die Finanzkrise unter die Arme greifen. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Österreich vor einigen Monaten die Bestnote "AAA" entzogen und stuft die Republik nun mit "AA+" ein - allerdings mit negativem Ausblick, was auf eine weitere Rückstufung deutet. Moody's hatte lediglich den Ausblick auf "negativ" gesetzt, das AAA-Rating aber beibehalten.

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