Constantia Flexibles sagt IPO ab, Anleger-Vertreter Rasinger: "Nicht überrascht"

Constantia Flexibles sagt IPO ab, Anleger-Vertreter Rasinger: "Nicht überrascht"

Verpackungshersteller Constantia Flexibles verpasst den angepeilten Börsengang. Damit kommt der zweitgrößte Gang an die Frankfurter Börse in diesem Jahr nicht zustande. Kleinanleger-Vertreter Rasinger: "Nicht überrascht!"

Wien. Der Börsengang des österreichischen Verpackungsherstellers Constantia Flexibles ist gescheitert. Man habe entschieden, „den IPO nicht weiter zu verfolgen, da kein zufriedenstellender Abschluss der Transaktion, einschließlich der Entwicklung am Sekundärmarkt, gewährleistet werden konnte“, teilte die Constantia Flexibles Group am Montagnachmittag kurz vor Ablauf der Zeichnungsfrist mit.

Thomas Unger, CEO der Constantia Flexibles sagte: „Wir bedauern, dass der
Börsengang der Constantia Flexibles nicht abgeschlossen werden konnte. Auch ohne die Transaktion ist die Finanzierung der globalen Expansionsstrategie gesichert und Constantia Flexibles wird sein profitables Wachstum fortsetzen.“

Bereits zuvor hatten die Banken potenzielle Investoren laut Finanzkreisen darauf hingewiesen, dass die Aktien eher am unteren Ende der von 19,50 bis 25,50 Euro reichenden Preisspanne zugeteilt würden. Der Schritt an die Börse hätte einen Emissionserlös von rund 500 Mio. Euro einspielen sollen.




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Am 27. November sollte mindestens die Hälfte der Anteile an der Börse gelistet sein. Constantia Flexibles wäre dabei mit bis zu 1,4 Milliarden Euro bewertet worden. Der Börsengang der Wiener wäre damit das bislang zweitgrößte Börsendebüt in Frankfurt in diesem Jahr: Die Wohnimmobilienfirma LEG hatte im Januar letztlich 1,17 Milliarden Euro eingenommen.

Anlegerschützer Rasinger nicht überrascht

Für den IVA-Präsident Wilhelm Rasinger kommt die Absage des IPO nicht überraschend. Rasinger sieht sich in seinen Warnungen bestätigt. "Das ist ein Zeichen, dass solche überzogene Schnellschüsse auch von den Anlegern nicht toleriert werden", erklärte er.

Um das Unternehmen selbst tue es im leid, weil es an und für sich ein gutes Unternehmen mit einer guten Substanz und guten Positionierung sei. "Nur dieser Schnellschuss der Investmentbank hat eine Rote Karte bekommen". Rasinger selbst hatte bereits im Vorfeld des geplanten Börsenganges unter anderem davor gewarnt, dass die Preisspanne für private Anleger zu hoch sei. "Ich bin in meinen Warnhinweisen bestätigt worden, sie haben auch entsprechende Konsequenzen gehabt", so der Anlegerschützer.

Constantia soll nach Wien

Man sollte auch überdenken, so Rasinger weiter, ob es nicht sinnvoll sei, so ein renommiertes Unternehmen auch dem Kleinanleger-Publikum mit Schwerpunkt in Österreich anzubieten. An der Wiener Börse würde es zudem "die erste Geige" führen, in Deutschland nur in der zweiten oder dritten Liga spielen. Der IVA-Chgf hofft nun, dass im kommenden Jahr "gewisse Hausaufgaben gemacht werden". Vor allem, wenn der Mehrheitseigentümer One Equity Partners (OEP) eine "steile Lernkurve" habe, würde des Sinn machen, dem Unternehmen eine zweite Chance für einen Börsengang zu geben. "Für das Unternehmen machte Sinn, wieder anzutreten", so Rasinger.

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