Brösel bei der Erste Group: Weniger Gewinn und Kapitalerhöhung

Brösel bei der Erste Group: Weniger Gewinn und Kapitalerhöhung

Die Aktie der Erste Group knickte am Montag Vormittag um fast sieben Prozent ein. Warum, ist klar: Die Rückzahlung des Partizipationskapitals soll über eine Kapitalerhöhung finanziert werden – und weniger Betriebsgewinn gibt's auch.

Die österreichische Erste Group hat angesichts ihres nur mühsam vorankommenden Sparprogramms und der mauen Wachstumsaussichten in Osteuropa ihre Gewinnprognose gesenkt. Das Betriebsergebnis werde im laufenden Jahr um bis zu fünf Prozent schrumpfen und nicht wie angekündigt stabil bei rund 3,5 Milliarden Euro bleiben, teilte die Bank am Montag mit. Trotz der schlechteren Aussichten will das Sparkassenspitzeninstitut im dritten Quartal mit einer rund 660 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung neue Investoren anlocken. Das Geld soll der Bank dabei helfen, die in der Krise erhaltenen Hilfen vom Staat und Privatinvestoren von insgesamt 1,76 Milliarden Euro ebenfalls noch im Sommerquartal zurückzuzahlen. An der Börse gaben die Erste-Aktien daraufhin knapp sieben Prozent nach.

Die Erste Group erklärte die maueren Aussichten mit dem verhaltenen Wirtschaftswachstum in Zentral- und Osteuropa. Zwar werde die Konjunktur dort in der zweiten Jahreshälfte anspringen - die Wachstumsraten würden jedoch "moderat bleiben", hieß es in der Mitteilung. Die geringeren Erträge könnten aber nur teilweise durch niedrigere Kosten aufgefangen werden.

Das Sparkassenspitzeninstitut ist nach den Konkurrentinnen Bank Austria und Raiffeisen Bank International der drittgrößte Kreditgeber in Osteuropa. Bereits vor Monaten hatte die Bank ein konzernübergreifendes Sparprogramm gestartet: In Rumänien etwa würden tausende Jobs gestrichen, bei der tschechischen Tochter Ceska Sporitelna sind es bis zu 600.

Keine Staatshilfen mehr

Mit den geplanten Kapitalmaßnahmen will die Erste Group bis Ende 2014 unter Berücksichtigung der neuen Vorschriften nach Basel 3 auf eine harte Kernkapitalquote von zehn Prozent kommen. Ende März lag sie bei 9,6 Prozent - ohne Staatshilfen und ohne die volle Berücksichtigung der Basel-3-Regeln. Dabei helfen soll neben der Kapitalerhöhung auch das Ende der Dividendenzahlungen für die Hilfen vom Staat und privaten Geldgebern (Partizipationskapital). Dadurch spart sich das Institut in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro.

Allerdings muss die Erste Group auch einige negative Effekte verdauen: Die Umstellung auf die neuen Basel-3-Vorschriften kostet etwa 30 Basispunkte. Hinzu kommen neue Rechnungslegungsvorschriften in Rumänien, die die harte Kernkapitalquote 2015 um rund 40 Basispunkte schmälern.

Die Bank hatte Ende April bereits angekündigt, das Partizipationskapital "bald" zurückzuzahlen und nach Möglichkeiten zu suchen, dafür an anderer Stelle Gelder einzusammeln. Eine Kapitalerhöhung hatte das Institut damals allerdings noch abgelehnt. Durchgeführt wird die Transaktion von J.P. Morgan, Morgan Stanley und der Erste Group.

Kepler-Chevreux-Analyst Dirk Becker begründete den Meinungswechsel mit einer Auflage der Oesterreichischen Nationalbank. Diese habe gefordert, dass zumindest ein Drittel des zurückgezahlten Partizipationskapitals ersetzt werde. "Wir sind enttäuscht, dass die Rückzahlung des Partizipationskapitals nicht wie vom Management versprochen ohne Aktienemission erfolgen kann", schrieb der Analyst. "Aber wir sehen ein, dass das auf Verlangen des Regulierers geschehen musste." Die Erste Group wollte sich nicht dazu äußern.

Spekulation über Kapitalerhöhung bei Konkurrentin RBI

Wie viele andere Banken hatte das Sparkasseninstitut die Hilfsgelder in der Finanzkrise erhalten. Rund 1,2 Milliarden Euro davon stammen vom Staat, die restlichen 559 Millionen Euro haben Privatinvestoren gezeichnet. Neben den Krisenbanken Hypo Alpe Adria und Kommunalkredit hatte auch die Erste-Konkurrentin Raiffeisen Bank International (RBI) in der Krise auf staatliche Gelder zurückgegriffen. Auch sie erwägt seit Monaten eine Kapitalerhöhung, um die Rückzahlung der milliardenschweren Hilfen zu bewerkstelligen.

Die Ankündigung der Erste Group schürte am Markt Spekulationen, RBI könnte unter ihrem neuen Chef Karl Sevelda bald mit einem ähnlichen Schritt folgen. Die Raiffeisen-Aktie verlor deshalb knapp vier Prozent an Wert. Ein Sprecher sagte, eine Kapitalerhöhung sei für die RBI weiterhin eine mögliche Option. Sie hatte in der Krise 2,5 Milliarden Euro an Hilfen erhalten, 1,75 Milliarden davon vom Staat.

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