Bilanz von Telekom Austria ist tiefrot - Kundenschwund durch Tariferhöhung

Bilanz von Telekom Austria ist tiefrot - Kundenschwund durch Tariferhöhung

Fast jeder 20. Kunde verließ das Unternehmen; um den Jahreswechsel hatte die Telekom Austria einseitig die Tarife erhöht, wodurch den Konsumenten ein Sonderkündigungsrecht zustand.

Multimillliardär Carlos Slims Investment in Österreich schreibt tiefrote Zahlen: Wie die Telekom Austria, die sich mittlerweile großteils im Besitz der mexikanischen America Movil befindet, am Mittwoch mitteilte, lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2014 bei 1,9 Milliarden Euro - um 7,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das EBITDA sank um 7,2 Prozent auf 619,4 Milllionen Euro; das Nettoergebnis drehte ins Minus: von 108 Millionen Euro Gewinn im ersten Halbjahr 2013 auf einen Verlust von 317,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014. Der Verlust je Aktie liegt nun somit bei 75 Cent (21 Cent Gewinn/Aktie im ersten Halbjahr 2013).

Unter diesem Link geht es zum aktuellen Quartalsbericht der Telekom Austria

Insgesamt verlor der größte Mobilfunkanbieter Österreichs 0,8 Prozent seiner Kunden im Zeitraum von Juni 2013 bis Juni 2014 - 4,8 Prozent wechselten im Heimmarkt zu einem anderen Anbieter. Um den Jahreswechsel hatte die Telekom Austria einseitig die Tarife erhöht, woraufhin die Kundschaft protestierte und von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machte. Auch in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien verlor die Telekom Austria Kunden; in anderen Ländern konnte man hingegen bei der Bevölkerung punkten: In Serbien kamen 6,7 Prozent dazu.

Zwar haben sich die außerordentlichen Kündigungsrechte negativ auf die Nettozugänge ausgewirkt, die negativen Effekte auf die monatlichen Erlöse aus Grund- und Verbindungsentgelten wurden aber eben durch die höheren monatlichen Grundgebühren der verbliebenen Kunden wieder aufgehoben, heißt es im Quartalsbericht. Auch sollen kontinuierlich steigende Umsätze im Breitband- und TV-Bereich sich positiv auf die Gesamtperformance ausgewirkt haben.

Als Grund für den Rückgang des Umsatzes in Österreich sieht man hingegen "niedrigere Bruttozugänge im Premiumgeschäft, die auf Erlöse aus dem Verkauf von Endgeräten drückten". Hinzu kommen "deutlich gesunkene Zusammenschaltungserlöse aufgrund von niedrigeren Terminierungsentgelten im Festnetz- und Mobilfunkbereich". Auf das Nettoergebnis des gesamten Konzerns drückten vor allem Abschreibungen in Bulgarien in Höhe von 400 Millionen Euro.

Prognose gestutzt

Entsprechend der aktuellen Ergebnisse hat die Telekom Austria die Prognose für das Gesamtjahr gestutzt. Für das laufende Jahr wird nun ein Umsatzrückgang von 3,5 Prozent statt drei Prozent erwartet, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Morgen, Donnerstag, lädt die Telekom zu einer außerordentlichen Hauptversammlung, bei der eine Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro und eine Umbesetzung des Aufsichtsrates ansteht. In diesem haben künftig die Mexikaner die Mehrheit.

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