AT&S: Gute Geschäfte, aber Probleme in Österreich

AT&S: Gute Geschäfte, aber Probleme in Österreich

Der steirische Leiterplatten-Hersteller AT&S ist weiter gut im Geschäft. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent gestiegen, der Konzerngewinn hat sich von 14,6 Millionen Euro auf 38,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Trotzdem stellt CEO Andreas Gerstenmayer den Standort Österreich in Frage.

AT&S CEO Andreas Gerstenmayer hat - ähnlich wie voestalpine CEO Wolfgang Eder - mit dem Standort Österreich wenig Freude: "Die AT&S bekennt sich bis auf weiteres zum Standort Österreich, sieht aber große Probleme, von den zu hohen Lohnnebenkosten bis zur Bildungssituation", erklärte Gerstenmayer im Zuge der Präsentation der Ergebnisse des Geschäftsjahres 2012/2013.

Die hohen Lohnnebenkosten in Österreich seien das Symptom, dass sich der Staat zu viel leiste. So wie die Unternehmen auf Kosten und Effizienz schauen, so müsste das auch der Staat tun und seine Verwaltung abspecken. "Ich würde den Mitarbeitern mehr zahlen, aber Steuern und Beiträge fressen das meiste wieder auf", sagte Gerstenmayer.

Probleme ortet der CEO auch bei der Bildung: In Österreich werde zu wenig auf Bildung und Forschung geschaut, damit laufe das Land im internationalen Wettbewerb Gefahr zurückzubleiben. Gerade die AT&S sei quasi der letzte noch europäische Leiterplattenhersteller in einem von Asien und den USA dominierten Markt, sie müsse auf hohe Qualität und bestausgebildete Mitarbeiter setzen, um erfolgreich zu bleiben.

Gutes Konzernergebnis

Der Vorstandschef des steirischen Leiterplatten-Herstellers AT&S (ISIN AT0000969985) , hob die gestiegene Profitabilität des Unternehmens hervor. Der Umsatz stieg um neun Prozent, der Gewinn hat sich deutlich mehr als verdoppelt. Die AT&S habe in einem herausfordernden Umfeld reüssiert und ihre Kapazitäten sehr gut ausgelastet, meinte der Firmenchef.

Die Steirer wollen sich in China noch stärker aufstellen: Der Aufbau des Werks in Chongqing schreite voran, berichtete Gerstenmayer. 2016 soll dort die Volumen-Produktion der IC-Substrates anfahren. IC Substrate werden benötigt, um die Halbleiter auf den Leiterplatten zu fixieren. Während der Aufbauphase bekenne man sich zu einer "konservativen" Dividendenpolitik, betonte Gerstenmayer. Nähere Angaben zur geplanten Ausschüttung an die Aktionäre ließ er sich nicht entlocken.

Zahlen im Detail

Die AT&S-Gruppe schloss das Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende März) mit 590 Mio. Euro Umsatz ab und lag damit rund 9 Prozent über dem Vorjahresvergleichswert (542 Mio. Euro). Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung) betrug rund 127 Mio. Euro, um 24 Prozent über Vorjahr (102 Mio. Euro). Der Konzerngewinn stieg von 14,6 auf 38,2 Mio. Euro.

Auch kapitalmäßig ist der Leiterplatten-Hersteller laut CEO gut aufgestellt: Durch eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von rund 100 Mio. Euro und durch die Platzierung eines Schuldscheindarlehens von rund 158 Mio. Euro wurde die Finanzierungsstruktur weiter verbessert. Der Nettoverschuldungsgrad sank von 71 auf 28 Prozent deutlich. Der Gewinn pro Aktie stieg von 0,62 im vorangegangenen Geschäftsjahr auf 0,98 Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 5,8 auf 9,1 Prozent.

In der Sparte Mobile Devices (Mobiltelefon, Notebooks etc.) stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 321 Mio. Euro. Bei den Leiterplatten für Industrie und Automotive kletterte der Umsatz um 9 Prozent auf 265 Mio. Euro. Die Partnerschaft mit Intel laufe gut, betonte Gerstenmayer. Der Markt für Halbleiter werde weiter wachsen: Neben den bekannten Einsatzgebieten werde sich das "Internet der Dinge" und die "Personal Gadgets", etwa für Fitness, stark entwickeln. Getrieben sei die Entwicklung von der Auswertung persönlicher Daten für Wirtschaftszwecke.

AT&S Werk Klagenfurt geschlossen

Der Mitarbeiterstand ist im vergangenen Geschäftsjahr etwas gesunken. Nach 7.300 im Jahr davor sind nun im Schnitt 7.050 Mitarbeiter bei AT&S beschäftigt, der Großteil davon in Asien. In Österreich arbeiten etwa 1.150 bis 1.200 Personen. Hierzulande gibt es zwei Forschungs- und Produktionsstandorte in der Steiermark, nämlich am Hauptsitz in Leoben sowie in Fehring. Das Werk in Klagenfurt mit 100 Mitarbeitern wurde zu Jahresende 2013 geschlossen, weil es laut Unternehmen seit Jahren Verluste eingefahren hat. Insgesamt wurde die Effizienz gesteigert, die Kostensituation habe sich verbessert, betonte Gerstenmayer.

AT & S (Austria Technologie & Systemtechnik AG) steht zu 16,3 Prozent im Eigentum der Androsch-Privatstiftung, 17,8 Prozent hält die Dörflinger-Privatstiftung. Ex-Finanzminister Hannes Androsch (SPÖ) ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Jetzt mitspielen: Tip & Win - das format.at Börsespiel 2014

Börse

Neues Börsegesetz bringt Erleichterungen für Unternehmen

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der Plan soll mit einer 375 Millionen Euro schweren Umtauschanleihe gelingen.
#immofinanz
 

Börse Wien

Immofinanz bereitet Teilausstieg aus Buwog vor