America Movil geht mit Telekom Austria auf Einkaufstour im Osten

America Movil geht mit Telekom Austria auf Einkaufstour im Osten

Carlos Garcia Moreno, Finanzchef von America Movil - dem Großaktionär der Telekom Austria, will dass der Streubesitz der Aktie bei mindestens 24 Prozent bleibt. Für den mexikanischen Großaktionär ist die Telekom Austria außerdem ein ideales Sprungbrett nach Osten.

Wie das Nachrichtenmagazin "News" in seiner heute, Mittwoch erschienenen Ausgabe berichtet, will Carlos Garcia Moreno, der Finanzvorstand des mexikanischen Telekom-Konzerns America Movil (Amov, ISIN MXP001691213) , den Streubesitz der Telekom Austria (ISIN AT0000720008) Aktie nach der Syndikats-Vereinbarung zwischen den beiden Telekom-Unternehmen bei zumindest 24 Prozent halten.

America Movil, kontrolliert vom zweitreichsten Mann der Welt, Carlos Slim, habe sich verpflichtet, dass die Aktie weiter an der Wiener Börse notieren werde und zumindest 24 Prozent der Aktien im Streubesitz sein sollen, so Moreno. "Wenn wir mehr als 50 Prozent der Aktien bekommen, so werden wir innerhalb von zwei Jahren so viele Aktien abgeben, um diesen Streubesitz sicher zu stellen."

Telekom Austria Aufsichtsratschef und ÖIAG-Chef, Rudolf Kemler, bestätigte dies in der Folge im Rahmen der Telekom Austria Hauptversammlung in Wien.

Große Konsolidierung

Amov-Finanzchef Moreno erwartet eine große Konsolidierung am europäischen Telekom-Markt, die von einer Änderung der EU-Regulierung unterstützt wird. „Das ist eine Chance für die Telekom Austria, zu wachsen und Zukäufe zu tätigen“, so Moreno im Gespräch mit News.

Im TA-Konzern sieht Moreno großen Bedarf nachzurüsten. Vor allem im Festnetz müsse die Telekom Austria aufrüsten und „in all ihren Märkten so aufgestellt sein, wie sie es in Österreich ist". Die Telekom versucht bereits seit einigen Jahren die Schlagkraft der Mobilfunktöchter zu erhöhen, in dem sie lokale Festnetzanbieter übernimmt, um auch Festnetz-Internet sowie als TV- und Videoanbieter tätig zu werden.

Slims Schwiegersohn und Amov-Boss Daniel Hajj hat anlsässlich der Hauptversammlung am heutigen Mittwoch in einer Videobotschaft erklärt, dass die TA zu einem relevanteren Player in der europäischen Telekom-Branche werden soll. America Movil, vor allem in Lateinamerika stark vertreten, habe bereits zwei Drittel eines 50 Mrd. Dollar (36,7 Mrd. Euro) schweren Investitionsprogramms hinter sich.

Zeit für Zukäufe

Zum Vergleich: In Österreich nimmt Slim mit dem Übernahmeangebot und der geplanten Kapitalerhöhung vorerst bis zu 2,1 Mrd. Euro in die Hand. Für Hajj gebe es in Osteuropa "in nächster Zeit interessante Möglichkeiten für Zukäufe".

America Movil hatte im April mit dem zweiten großen Telekom-Aktionär, der staatlichen Industrieholding ÖIAG, einen Syndikatsvertrag geschlossen, mit dem America Movil die Kontrolle der Telekom übernimmt. Die ÖIAG erhält Vetorechte. Der Pakt löste ein Übernahmeangebot aus. Die Mexikaner bieten den kleineren Anteilseignern derzeit 7,15 Euro je Aktie. Aktuell hält Slim 26,8 Prozent der Aktien, die Staatsholding ÖIAG 28,4 Prozent.

Harte Kritik von Aktionären

Vorstand und Aufsichtsrat der TA mussten dann am Mittwoch bei der Hauptversammlung herbe Kritik einstecken. Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger sagte, dass die Aktionäre all die Jahre nur enttäuscht wurden und nicht profitiert hätten. Der Preis von 7,15 Euro pro Aktie, den Carlos Slims America Movil den Anlegern bietet, sei aber als fair zu bezeichnen, so der IVA-Chef. Von den österreichischen Kleinanlegern dürften aber nur wenige ihre Aktien an die Mexikaner abgeben. "Ich war bis heute noch unschlüssig, werde aber nicht verkaufen", so ein Kleinaktionär gegenüber der APA. Ein anderer meinte: "Ich glaube, dass der Aktienkurs mit dem Syndikatsvertrag steigen wird."

Ein Aktionär sagte, er hätte sich gewünscht, dass Carlos Slim persönlich nach Wien kommt, um mit ihm diskutieren zu können. Dass Amov-CEO Daniel Hajj eine Videobotschaft "abliest", wollte er nicht akzeptieren. Ein weiterer Anleger verlangte, dass nur ein "symbolischer" Cent als Dividende ausgeschüttet wird statt der vorgeschlagenen 5 Cent. "Die Telekom braucht eigentlich jeden Euro", sprach er die hohen Schulden des Konzerns an.

Die Arbeiterkammer (AK) kritisierte, dass die Arbeitnehmervertreter nicht im Syndikatsausschuss vertreten sein werden. Damit würden die Betriebsräte bei den Entscheidung von America Movil und der Staatsholding ÖIAG übergangen.

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