AMAG-Aktie stürzt ab – intelligenter Schachzug von B&C?

Die Aktionäre des österreichischen Aluminiumkonzerns Amag haben auf das Übernahmeangebot des Hauptaktionärs B&C Industrieholding verschreckt reagiert.

AMAG-Aktie stürzt ab – intelligenter Schachzug von B&C?

Die Papiere verloren am Dienstag 5,7 Prozent auf 23,20 Euro und führten damit die Verlierer im Wiener Leitindex ATX an.

Die Amag-Aktionäre B&C und Oberbank hatten am Vorabend eine Bündelung ihrer Anteile bekannt gegeben, die zusammen auf 35 Prozent kommen. Weil damit die Schwelle von 30 Prozent überschritten wird, muss allen anderen Aktionären ein Pflichtangebot unterbreitet werden. B&C betonte jedoch, dass eine Komplettübernahme der Amag nicht geplant sei. Geboten werden sollen 20,81 Euro plus die Dividende für 2012, teilten die Aktionäre mit. "Es wurde wohl ein höheres Angebot erwartet", sagte ein Analyst der Erste Bank. "Dadurch, dass der Übernahmepreis doch deutlich unter dem Kurs liegt, wird befürchten, dass die Aktie kurzfristig zu hoch bewertet ist", fügte er an. Zudem sei es mit dem Aktienkurs seit der Aufnahme in den ATX im September stetig bergauf gegangen. Einige Aktionäre würden nun Gewinne einsammeln.

B&C Holding will AMAG nicht zur Gänze übernehmen

B&C, die bisher knapp 30 Prozent an der Amag hält, will das Angebot "voraussichtlich im März oder April" veröffentlichen, nachdem die Kartellbehörde grünes Licht gegeben hat. Eine Komplettübernahme sei nicht beabsichtigt, betonte B&C. "Die Amag solle weiterhin an der Wiener Börse notiert bleiben, wobei ein bedeutender Kapitalanteil im Streubesitz erhalten bleiben sowie der Zugang des Unternehmens zum Kapitalmarkt gewährleistet bleiben soll", erklärte der Investor.

Der Schachzug von B&C und Oberbank ist eine Reaktion auf den Einstieg anderer Investoren bei der Amag. "Aufgrund der zunehmenden Verschiebungen aus dem Freefloat zu Investoren mit unbekannter Interessenlage hat sich die Oberbank entschlossen, mit der ebenfalls an der langfristigen Stabilität der Entscheidungs- und Aktionärsstruktur interessierten B&C Industrieholding eine Partnerschaft zur Erreichung dieser Ziele einzugehen", erklärte die Bank.

Die Erste Bank geht davon aus, dass das Übernahmeangebot kaum angenommen werde um den genannten Preis. "Aber dadurch hat das Aktionärskonsortium jetzt auch die Möglichkeit zuzukaufen", sagte der Analyst. "Die haben sich quasi den Freibrief geholt, dass sie jetzt aufstocken können, ohne großartig irgendwelche Angebote stellen zu müssen", fügte er an. Eine Aufbesserung des Angebots schloss der Analyst aus. "Es ist definitiv nicht im Sinne des Zusammenschlusses, die Amag zu übernehmen", sagte der Analyst. "Ganz im Gegenteil, die werden daran interessiert sein, dass der Streubesitz halbwegs interessant bleibt", fügte der Analyst an. Der Streubesitz beträgt derzeit 27 Prozent.