Alpine-Masseverwalter: Getäuschte Anleger, gierige Banken

Alpine-Masseverwalter: Getäuschte Anleger, gierige Banken

Der Masseverwalter der Alpine Bau Holding hat außer Schulden nichts gefunden. Er vermutet Briefkasten-Firmen, hinterfragt die Rollen der Bilanzprüfer von Deloitte und die der Banken und sieht getäuschte Anleger.

Die vorjährige Rekordinsolvenz des Baukonzerns Alpine wird die Gerichte länger beschäftigen. Auch die kreditgebenden Banken sind involviert, als Kläger und als Beklagte.

Weil die Finanzprokuratur Zahlungen aus Haftungen verweigert hat, haben schon im November 2013 insgesamt sieben Banken die Republik geklagt. In dem Streit geht es um die Zahlung von 151 Mio. Euro. Nun sind einige Banken selber im Visier. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" geht der Alpine-Masseverwalter, Karl Engelhart, gerichtlich gegen zwei Gläubigerbanken vor: Erste Group und UniCredit Bank Austria. Es geht um die Verpfändung eines ursprünglich auf einem Erste-Konto geparkten Barvermögens der Alpine Holding über 10,5 Mio. Euro.

Verpfändete Guthaben

Im Oktober 2012 sei das Guthaben der "zu diesem Zeitpunkt materiell insolventen Holding" im Abtausch für einen neuen Finanzierungsrahmen an die Bank Austria verpfändet worden, mit dem Konkurs im Juli 2013 sei dieses Pfandrecht gezogen worden. "Ich kann bestätigen, dass wir gegen Bank Austria und Erste Group Anfechtungsklagen eingebracht haben", so Engelharts Kanzleikollege Clemens Richter in dem Magazin. Die Banken bestreiten jedwede Verfehlung.

Engelhart kritisiert in einer Stellungnahme an das Handelsgericht Wien vom 2. Dezember zudem die Vorgänge in und um die Alpine. Demnach verfügte die Holding "weder über ein Anlagevermögen, noch beschäftigte sie Mitarbeiter. Einziger Zweck war ... die Geldbeschaffung im Konzern durch Begebung von Anleihen und Übernahme von Haftungen für die Alpine Bau und deren Tochtergesellschaften. Eine eigenständige 'unternehmerische Tätigkeit' wurde nicht ausgeübt. Letztlich fungierte die Alpine Holding als bloßer 'Briefkasten'."

Frage nach Haftung der Bilanzprüfer

Auch die Rolle des Alpine-Bilanzprüfers Deloitte Österreich wird von Engelhart hinterfragt: "Im Zusammenhang mit dem im Sommer 2012 plötzlich aufgedeckten massiven Wertberichtigungs- bzw. Abschreibungsbedarf der Alpine-Gruppe von mehr als 400 Mio. Euro., der bisher in den Bilanzen nicht berücksichtigt worden war, stellt sich zwangsläufig die Frage einer Haftung des Abschlussprüfers für die jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Bilanzen der Jahre 2009, 2010 und 2011", zitiert "profil" aus den Masserverwalter-Schreiben. Deloitte Österreich hat den Vorwurf ungenauer Prüfung zurückgewiesen.

Der Alpine-Crash hat auch Gewinner hervorgebracht: 185 ehemalige Alpine-Mitarbeiter seien mit dem Nachfolgeunternehmen RHZ in Salzburg erfolgreich unterwegs, heißt es im "WirtschaftsBlatt" (Donnerstag). Auf Anhieb peilt die vom ehemaligen Alpine-Regionalmanager Josef Rettenwander gegründete Firma 24 Mio. Euro Umsatz an, 2017 sollen es 40 Millionen werden. "Die RHZ hat eine absolute Berechtigung am regionalen Baumarkt. Die Auftragsbücher füllen sich mit jedem Tag weiter an. Wir dürfen uns halt keinen Fehler leisten."

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