Börse-Vorschau: Nach dem Höhenflug kommt der Stillstand

Börse-Vorschau: Nach dem Höhenflug kommt der Stillstand

Für weitere Käufe fehlen die Argumente, für größere Verkäufe die Alternativen - große Kursverluste sind also auch kommende Woche nicht zu erwarten, stattdessen verharrt der Dax auf dem Fleck. In Österreich stehen Hauptversammlungen auf dem Programm.

Die Rekordjagd an den Aktienmärkten ist nach Einschätzung von Börsianern vorerst beendet. "Für weitere Käufe fehlen die Argumente, für größere Verkäufe aber auch weiterhin die Alternativen", betont Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Aus diesem Grund seien keine größeren Kursrückverluste zu erwarten, obwohl eine Korrektur angesichts der heiß gelaufenen Börsen mehr als gesund wäre.

In der zu Ende gegangenen Woche rutschte der Dax rund drei Prozent ab. Das ist das größte Minus seit Mitte Dezember und erst der vierte Wochenverlust des laufenden Jahres. Seit Anfang Januar hat der deutsche Leitindex mehr als 20 Prozent zugelegt.

FÜR GRIECHENLAND WIRD DIE ZEIT KNAPP

Hauptgesprächsthema auf dem Börsenparkett und potenzieller Auslöser für kurzfristige Kursausschläge bleibt die griechische Schuldenkrise. Am Freitag wollen die Finanzminister der Euro-Zone zwar über weitere Hilfen beraten, wegen des anhaltenden Streits um die damit verbundenen Reformauflagen rechnen die europäischen Geldgeber aber nicht mit einer schnellen Einigung. "Die Meldungen der vergangenen Tage machen deutlich, dass es langsam wirklich ernst wird und Griechenland wohl bald das Geld ausgehen wird", warnen die Analysten der Essener National-Bank.

Vor diesem Hintergrund flüchten immer mehr Anleger in den "sicheren Hafen" Bundesanleihen. Dies könnte die Rendite der zehnjährigen Papiere bereits in der neuen Woche erstmals in der Geschichte unter die Marke von null Prozent drücken. Bei Titeln mit kürzeren Laufzeiten müssen Anleger bereits jetzt dafür zahlen, der Bundesrepublik Geld zu leihen.

GREIFT CHINAS REGIERUNG DER WIRTSCHAFT UNTER DIE ARME?

Bei den Konjunkturdaten werden Börsianer das von der Großbank HSBC ermittelte Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager (Donnerstag) genau unter die Lupe nehmen. Von den Zahlen erhoffen sie sich Hinweise darauf, ob die Regierung in Peking nach einer Reihe enttäuschender Konjunkturdaten der schwächelnden heimischen Wirtschaft unter die Arme greifen wird.

Zum Wochenschluss gibt der Ifo-Index Aufschluss über die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen. "Wir gehen davon aus", dass sich der Aufwärtstrend seinem Ende nähert", schrieb Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen in einem Kommentar. Der Ifo-Index stieg zuletzt trotz Ukraine- und Griechenland-Krise fünf Mal in Folge.

Deutsche Bilanzen - Hauptversammlungen in Wien

Nach den USA läuft in der neuen Woche auch in Deutschland die Bilanzsaison an. Aus dem Dax macht SAP am Dienstag den Anfang. Am Vorabend will der US-Technologieriese IBM seine Bücher öffnen. Daneben legen jenseits des Atlantiks die Großbank Morgan Stanley (Montag), der Telekom-Konzern AT&T sowie die Opel-Mutter General Motors (GM) (Donnerstag) ihre Quartalergebnisse vor.

Von den an der Börse Wien gelisteten Unternehmen stehen am Mittwoch Hauptversammlungen von Lenzing und Verbund auf dem Programm, die Telekom Austria legt Quartalszahlen auf den Tisch; am Donnerstag treffen sich die Aktionäre von KTM und Schoeller Bleckmann Oilfield (SBO). Ebenfalls am Donnerstag wird die Porr AG ihren Jahresfinanzbericht präsentieren, weitere Bilanzen gibt es von Vamed und Generali Holding. ÖVAG-Zahlen für 2014 sind für Freitag angekündigt, außerdem das Jahresergebnis der Hypo NÖ und Jahreszahlen der Asfinag. Post-Chef Pölzl stellt sich am Dienstag Journalistenfragen.

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