Börse-Vorschau: Euro hält Aktionäre auf Trab

Börse-Vorschau: Euro hält Aktionäre auf Trab

Der schwächelnde Euro ließ Aktienkurse in den vergangenen Monaten stark steigen - doch nun wendet sich das Blatt: Die Währung steigt wieder, und seit Mitte April hat der Dax mehr als neun Prozent verloren.

Nach der jüngsten Achterbahnfahrt am deutschen Aktienmarkt müssen sich die Anleger auch in der neuen Woche auf heftige Kursschwankungen gefasst machen. Ein bunter Strauß an Quartalszahlen sowie zahlreiche Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks sollten die Investoren auf Trab halten. "Es bleibt unruhig," sagt ein Händler. Im Fokus steht auch die Kursentwicklung beim Euro, die seit Wochen über Wohl und Wehe des Leitindex entscheidet.

Da die Gemeinschaftswährung in den ersten Monaten des Jahres stark schwächelte, ging es für den Dax zunächst steil bergauf - schließlich machen niedrigere Euro-Kurse europäische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Inzwischen hat sich das Bild allerdings gedreht: Der Euro zieht wieder an und der Dax legt den Rückwärtsgang ein. Seit Mitte April verlor er in der Spitze mehr als neun Prozent, auf Wochensicht schwankte er heftig um die Marke von 11.500 Punkten.

Nach einer Reihe enttäuschender US-Konjunkturdaten setzten zuletzt immer mehr Anleger auf eine spätere Erhöhung der Zinsen in den USA. Der Euro markierte daher am Donnerstag ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von knapp 1,14 Dollar, nachdem er Mitte März zeitweise bei 1,0456 Dollar notiert hatte. An der Wall Street musste der Dow-Jones-Index auf Wochensicht leichte Einbußen hinnehmen.

EXPERTEN RECHNEN MIT BELEBUNG DER US-WIRTSCHAFT

Neue Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft, sollten die in der neuen Woche anstehenden Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) und die Daten zur Industrieproduktion (Freitag) geben. Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Christoph Weil dürften sie auf eine konjunkturelle Besserung im April hindeuten. Gespannt blicken die Investoren auch auf die Wachstumsdaten in der Euro-Zone. Experten rechnen beim Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal (Mittwoch) mit leicht besseren Zahlen.

Auf Hochtouren läuft weiterhin die Berichtssaison: Im Dax legen unter anderem ThyssenKrupp (Dienstag), die Deutsche Telekom und RWE (beide Mittwoch) ihre Zahlen vor. Aus der zweiten und dritten Reihe lassen sich etwa der Versicherungskonzern Talanx, SMA Solar, oder die Kupferhütte Aurubis in die Bücher schauen. Daneben laden auch zahlreiche Unternehmen wie K+S (Dienstag), BMW oder die Deutsche Börse (Mittwoch) zur Hauptversammlung. Bei der Deutsche Börse wird sich Reto Francioni von den Aktionären verabschieden. Ende des Monats übernimmt Carsten Kengeter das Ruder. Intensiv diskutiert wird die Frage, ob Kengeter nur kleinere Anpassungen vornimmt oder ob die Börse unter ihm wieder große Zukäufe und Fusionen anstrebt.

Hauptversammlungen und Berichte auch in Wien

In Österreich stehen am Dienstag die Hauptversammlungen von Erste Group und Linz Textil Holding auf dem Programm, am Mittwoch treffen sich die Aktionäre von Bank für Tirol und Vorarlberg AG und Polytec.

Quartalsberichte gibt es am Montag von BWT AG, am Dienstag von Valneva SE, sowie am Mittwoch von Binder + Co AG, Rosenbauer und RHI. Nach dem Feiertag kommen am Freitag von Bene vorläufige Zahlen für 2014/15.

ATHEN HOFFT AUF DURCHBRUCH IM SCHULDENSTREIT

Weiterhin im Blick behalten die Anleger auch das Thema Griechenland: Athen hofft auf einen baldigen Durchbruch im Schuldenstreit mit seinen Geldgebern. Am Montag beraten die Euro-Finanzminister erneut über einen Ausweg aus dem monatelangen Zwist, bei dem es vor allem um Reformauflagen im Gegenzug für weitere Hilfen geht. Die griechische Regierung ist wegen ihrer klammen Kassen dringend auf weitere Kredite der Geldgeber angewiesen. Anleger fürchten, dass Griechenland pleite gehen und aus der Euro-Zone ausscheiden könnte. Das dürfte die Märkte laut Experten zumindest vorübergehend in heftige Turbulenzen stürzen.

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