Börse-Vorschau: China und Hellas geben den Kurs vor

Börse-Vorschau: China und Hellas geben den Kurs vor

Happy End oder tragisches Finale? Das Griechenland-Drama wird den europäischen Börsen in der neuen Woche die Richtung vorgeben. Außerdem fürchten Anleger neue Kursturbulenzen an den chinesischen Börsen.

Die Chancen für eine Beilegung des griechischen Schuldenstreits lägen derzeit bei über 50 Prozent, sagt Aktienstratege Christian Jasperneite von MM Warburg: "Der politische Wille zum Kompromiss ist groß." Die Athener Regierung hat sich mit einer Reformliste den Forderungen der Gläubiger angenähert. Kernpunkte sind hierbei Steuererhöhungen und eine Rentenreform. Aber selbst wenn die Geldgeber den Weg für weitere Milliardenhilfen für Griechenland freimachten, sei nicht mit einer längerfristigen Erleichterungsrally zu rechnen, betonte Jasperneite. "Die echten Probleme sind damit noch lange nicht gelöst. Das Thema wird uns noch auf Jahre hinaus beschäftigen."

Sollten die Gespräche auf der Zielgeraden scheitern, muss Börsianern zufolge in der neuen Woche dagegen mit herben Kursverlusten am Aktienmarkt gerechnet werden. In der alten Woche legte der Dax etwa 1,5 Prozent zu.

Neben Griechenland sorge zudem die Lage in China für reichlich Diskussionsstoff, sagten Börsianer. Es bleibe abzuwarten, ob die drastischen Maßnahmen der Regierung die Talfahrt des heimischen Aktienmarktes dauerhaft stoppen können. Der Shanghaier Leitindex legte Ende der alten Woche kräftig zu, lag damit im Vergleich zu seinem Rekordhoch Mitte Juni aber immer noch gut 30 Prozent im Minus.

Wann hebt die Fed den Leitzins an?

Am Mittwoch rückt wieder die US-Geldpolitik in den Mittelpunkt des Interesses. Dann tritt Notenbankchefin Janet Yellen zu ihrer halbjährlichen Anhörung vor den US-Kongress. Börsianer erhoffen sich von ihren Aussagen Hinweise auf den Zeitpunkt der geplanten US-Zinserhöhung.

Einen Tag später stellt sich EZB-Chef Mario Draghi nach der Ratssitzung den Fragen der Journalisten. Hier wird er wohl vor allem zum Thema Griechenland und zur Lage der dortigen Banken Rede und Antwort stehen müssen. Insidern zufolge stehen unabhängig vom Ausgang der Gespräche am Wochenende zwei der vier größten Geldhäuser vor dem Aus.

Darüber hinaus richten Investoren ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf den ZEW-Index am Dienstag, sowie die Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von New York (ebenfalls Dienstag) und von Philadelphia (Donnerstag). Am Freitag lässt der von Reuters und der Universität Michigan ermittelte Index Rückschlüsse auf die Stimmung der US-Verbraucher zu. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Die Bilanzsaison gewinnt an Schwung - Banken im Fokus

Gleichzeitig kommt die US-Bilanzsaison langsam in Schwung. Im Verlauf der Woche öffnen die Großbanken JPMorgan, Wells Fargo, Bank of America, Goldman Sachs und Citigroup ihre Bücher. Analysten rechnen wegen des schwächelnden Anleihe-Handels mit eher enttäuschenden Zahlen. Daneben legt der weltgrößte Chiphersteller Intel am Mittwoch seine Quartalsergebnisse vor.

Am Freitag verfallen zudem Optionen auf Indizes und einzelne Aktien. In den Tagen zuvor schwanken die Kurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

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