Börse-Vorschau: Auch kommende Woche ist die Fed im Fokus

Nach der Verschiebung der Zinswende ist es nun Hauptaufgabe der Fed, die Märkte zu beruhigen - denn Investoren mögen Unsicherheit nicht. Außerdem sind die Augen der Aktionäre wieder mal auf Griechenland gerichtet, wo am Sonntag Wahlen stattfinden.

Börse-Vorschau: Auch kommende Woche ist die Fed im Fokus

Nach der Fed-Sitzung ist vor der Fed-Sitzung: Mit der Verschiebung der Zinswende heizt die US-Notenbank die Diskussion um ihre Geldpolitik wieder an. Daher sei in der neuen Woche nicht mit größeren Kursgewinnen zu rechnen, sagt Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus ICF. "Denn Unsicherheit mögen die Märkte nicht." In der alten Woche büßte der Dax rund ein Prozent ein und rutschte am Freitag sogar unter die 10.000 Punkte.

"Die wichtigste Aufgabe der Fed ist nun, die Verunsicherung der Märkte zu heilen", betont Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB. Daher seien die anstehenden Reden der US-Notenbanker besonders wichtig. Anfang der Woche hat Dennis Lockhart gleich mehrere Auftritte. Der Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta ist derzeit im Offenmarktausschuss (FOMC), der die US-Geldpolitik bestimmt, stimmberechtigt. Am Donnerstag redet seine Chefin Janet Yellen auf einer Veranstaltung der Universität von Massachusetts. "Man wird sicher versuchen, eine einheitliche Sprachregelung zu finden, um die Anleger auf die Zinserhöhung vorzubereiten", betont Basse. Abhängig von den Formulierungen könnten sich die Kurse in die eine oder andere Richtung bewegen. Anleger sollten dabei Rücksetzer zum Einstieg nutzen, rät der NordLB-Experte.

SCHWACHER EINKAUFSMANAGER- UND IFO-INDEX ERWARTET

Nach einem Konjunkturausblick der Fed in Moll könnten weitere Daten in der neuen Woche die Pessimisten bestärken. Wegen der schwächelnden Nachfrage aus den Schwellenländern rechne er mit einem Rückgang des Einkaufsmanager-Index aus dem verarbeitenden Gewerbe in der Euro-Zone auf 51,5 Punkte von 52,3 Zählern, sagt Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Damit würde sich das Stimmungsbarometer der Marke von 50 Stellen nähern. Ein Wert darunter signalisiert eine schrumpfende Wirtschaft. Die Zahlen werden am Mittwoch veröffentlicht.

Beim Ifo-Index, der am Donnerstag auf der Agenda steht, rechnet Weil mit einem Rückgang auf 107,5 Punkten von 108,3 Zählern. Wie beim Einkaufsmanager-Index ist der Commerzbank-Experte pessimistischer als der Durchschnitt. Der fallende Euro habe die Nachfrageschwäche bislang abgefedert, sagt Weil. "Doch der Rückenwind vom Wechselkurs lässt nach." Im Vergleich zu seinem Tief vom Frühjahr hat sich die Gemeinschaftswährung um rund zehn US-Cent auf aktuell knapp 1,15 Dollar verteuert.

Die Auftragseingänge für langlebige US-Güter (Donnerstag) sind Börsianern zufolge im August ebenfalls rückläufig. Da die Zahlen aber schwankungsanfällig seien, dürften sie nicht überbewertet werden, warnt NordLB-Experte Basse.

GRIECHENLAND WÄHLT NEUE REGIERUNG

Ein anderes Dauerbrenner-Thema wird ebenfalls wieder für Gesprächsstoff sorgen: Griechenland. Für Anleger sei entscheidend, dass aus der Parlamentswahl am Wochenende eine Regierung hervorgehe, die am bisherigen Sanierungskurs festhält, sagten Analysten. In der alten Woche waren an der Athener Börse die Optimisten in der Überzahl. Der dortige Leitindex legte etwa 1,5 Prozent zu.

Am deutschen Aktienmarkt feiert am Montag Vonovia ihr Debüt im Dax. Der ehemals Deutsche Annington genannte Konzern steigt als erste Immobilienfirma überhaupt in die erste deutsche Börsenliga auf. Der Chemiekonzern Lanxess muss seinen Platz räumen.