Zinsmanipulationen sind bei RBS "systemisch"

Zinsmanipulationen sind bei RBS "systemisch"

Damit gibt es Anzeichen für Tricksereien von Bank-Mitarbeitern, die über die London Interbank Offered Rate (Libor) hinausgehen. Der Händler Chong Wen Kuang wurde wegen des Versuchs beurlaubt, den Zinssatz zugunsten seiner Handelsposition zu beeinflussen.

Das teilten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen mit, die um Anonymität baten, weil die internen Untersuchungen noch im Gange seien. Chong ist der erste RBS-Mitarbeiter, der wegen Manipulationen anderer Referenzsätze als dem Libor beurlaubt oder entlassen wurde, sagte eine der Personen.

RBS, die größte britische Bank im Staatsbesitz, gehört zu mindestens einem Dutzend Gesellschaften, gegen die wegen des Verdachts der Beeinflussung von Zinssätzen ermittelt wird. Damit sollten Profite bei Derivategeschäften erzielt werden. Laut einer der beiden informierten Personen hat RBS Mitte 2010 eigene Untersuchungen wegen Zinsmanipulationen gestartet. Die Bank mit Sitz in Edinburgh habe im vergangenen Jahr vier Händler wegen Manipulation des Yen- und Schweizer-Franken-Libor entlassen und zwei weitere beurlaubt, die inzwischen jedoch wieder eingesetzt worden seien.

Entlassener Banker klagt gegen RBS

Die Singapore Dollar Swap Offer Rate, einer der beiden Referenz-Zinssätze in dem Stadtstaat, bezieht sich auf die durchschnittlichen Kosten für die Ausleihung von US-Dollar und deren Umtausch in lokale Währung. Er wird über eine tägliche Umfrage ermittelt, die vom Bankenverband in Singapur geleitet wird. Chong wurde von Tan Chi Min, dem ehemaligen Leiter Asian Delta Trading bei RBS in Singapur, als einer der Banker benannt, die mit ihren Angaben bei der Festsetzung des Zinssatzes mitwirkten. Das geht aus Gerichtsunterlagen vom 27. Dezember hervor. Tan, der letztes Jahr wegen versuchter Libor-Manipulation entlassen worden war, hat die Bank wegen ungerechtfertigter Entlassung verklagt. Er gab vor Gericht an, Zinsmanipulationen seien bei RBS ”systemisch”.

Derivatehändler und Manager von RBS, von denen einige noch immer für die Bank arbeiten, sollen die an der Zinsfestsetzung mitwirkenden Mitarbeiter regelmäßig gebeten haben, für ihre eigenen Handelspositionen vorteilhafte Sätze zu nennen, verlautete vergangene Woche aus dem Umfelder der internen Untersuchung. Dennoch seien auch mehr als zwei Jahre nach Beginn der Untersuchungen keine Führungskräfte entlassen worden. Allerdings könne RBS noch disziplinarisch gegen Mitarbeiter vorgehen.

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