Zigtausende Banker verlieren auch 2012 ihren Job

Zigtausende Banker verlieren auch 2012 ihren Job

Mit bislang 33.437 gestrichenen Stellen sind weniger als halb so viele wie in der gleichen Periode des vergangenen Jahres weggefallen. 2011 hatten die Banken 76.654 Jobs gestrichen. Analysten erwarten jedoch, dass die Situation sich noch verschärft.

Unternehmen der Finanzbranche haben angekündigt, in diesem Jahr weltweit mehr als 60.000 Stellen zu streichen, wie von Bloomberg Industries zusammengetragene Daten zeigen.

“Die Einschnitte des vergangenen Jahres waren dafür gedacht, mit dem neuen Marktparadigma zurechtzukommen”, sagte Christopher Wheeler, Analyst bei Mediobanca in London. “Die diesjährigen Einschnitte zeigen, wie viel weiter die Banken noch gehen mussten. Die Jobverluste werden sich bis zum Jahresende fortsetzen, da die Banken sich in der derzeitigen Marktlage eher auf Kostenreduktionen als auf Erlöse konzentrieren”, fügte er hinzu.

Unternehmen in Londons Finanzvierteln City und Canary Wharf und Kreditinstitute auf dem europäischen Kontinent reduzieren ihre Belegschaft stärker, da die europäische Staatsschuldenkrise einen Rückgang beim Handel sowie bei Aktien- und Anleihe-Emissionen mit sich bringt.

Ist das Schlimmste vielleicht noch gar nicht vorbei?

“Manche Banken könnten erwarten und andere hoffen, dass die Weltwirtschaft sich nächstes Jahr wieder erholt”, sagte Tom Kirchmaier, ein Dozent in der Finanzmarktgruppe der London School of Economics. “In Wirklichkeit wird bei der Feststellung, ob wir das Schlimmste hinter uns oder noch vor uns haben, viel davon abhängen, wie die Märkte sich in den kommenden Jahren entwickeln”, fügte er hinzu.

RBS hat am 24. September bekannt gegeben, weitere 300 Jobs im Investmentbankbereich zu streichen - zusätzlich zu den 3500 im Januar angekündigten. UBS, die größte Schweizer Bank, will in ihrer Investmentbanksparte in Europa 80 bis 90 Stellen abbauen, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen im September sagten. Nomura, Japans größtes Brokerhaus, macht die seit vier Jahren verfolgte internationale Expansion rückgängig und baut in diesem Zusammenhang etwa 100 Investmentbankstellen in Europa ab, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen im vergangenen Monat sagten.

Die Schweizer Privatbank Julius Bär dürfte bei der Zusammenlegung der übernommenen Merrill-Lynch-Vermögensverwaltung von Bank of America mehr als 1000 Positionen streichen. Finanzunternehmen “benötigen noch massive Einschnitte” sagte Jason Kennedy, Chief Executive Officer des Personaldienstleisters Kennedy Group.

Zu den europäischen Banken mit den umfangreichsten Stellenstreichungen in diesem Jahr gehören unter anderem Banca Monte dei Paschi di Siena SpA mit mehr als 1400 Positionen und die Deutsche Bank AG, die im Juli ankündigte, rund 1900 Stellen vor allem außerhalb Deutschlands zu streichen, von denen 1500 auf die Investmentbank und damit zusammenhängende Infrastrukturbereiche entfallen sollen.

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