Zalando: Das kleine schwarze Plus ist erstmals da

Zalando: Das kleine schwarze Plus ist erstmals da

Die Berliner rüsten sich immer mehr für den bevorstehenden Börsengang. Nun steht unterm Strich erstmals ein kleines Plus - vor allem, weil Prozesse optimiert werden. Das einstige Start-up wird erwachsen.

Der Online-Händler Zalando wird stets als Vorzeigebeispiel für erfolgreiche deutsche Start-up-Unternehmen angeführt, mit Spannung wird von Beobachtern auch ein kommender IPO der Berliner erwartet - und das, obwohl bis jetzt unterm Strich noch nie eine schwarze Zahl gestanden ist. Zumindest bis jetzt: Denn im vergangenen Quartal hat der Online-Shop mit der schrägen TV-Werbung ("Schrei vor Glück") erstmals einen Gewinn erwirtschaftet.

Der Nettoumsatz des gesamten Unternehmens stieg in den ersten sechs Monaten 2014 um 29,5 Prozent auf 1.047 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2013: 809 Millionen Euro), in der DACH-Region um 21,2 Prozent auf 594 Millionen EUR (erstes Halbjahr 2013: 490 Millionen Euro). Im zweiten Quartal 2014 lag der Umsatz bei 546 Millionen Euro für die gesamte Gruppe, nach 427 Millionen Euro im Vorjahr.

Das EBIT für die gesamte Gruppe erreichte im zweiten Quartal ein kleines, schwarzes Plus von 35 Millionen Euro, im gesamten ersten Halbjahr steht eine schwarze 12 unterm Strich. Im ersten Halbjahr 2013 hatte es noch einen Verlust von 72 Millionen Euro gegeben, im Gesamtjahr einen Verlust von 109 Millionen Euro.


"Das Erreichen einer positiven EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2014 ist ein großer Erfolg für Zalando", zeigt sich Rubin Ritter, Mitglied des Zalando-Vorstands, erfreut: "Historisch gesehen ist unsere Performance in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres in der Regel schwächer gewesen als in der zweiten Jahreshälfte".

Mehr Effizienz, mehr Besucher

Vor allem effizientere Prozesse haben im ersten Halbjahr zu einem besseren Ergebnis geführt, heißt es in einer Presseaussendung. Die Zalando Mobile App wurde in allen internationalen Märkten veröffentlicht - dies habe im zweiten Quartal 2014 zu einem Besucheranteil von 41 Prozent in den Zalando Online Shops über mobile Endgeräte geführt. Die Apps verzeichneten zum Ende des zweiten Quartals 2014 insgesamt mehr als 3,8 Millionen Downloads.

Zalando zählte insgesamt 323 Millionen Besuche auf seinen Webseiten im zweiten Quartal 2014 (Q2/2013: 294 Millionen). Die Anzahl aktiver Kunden wuchs auf 13,7 Millionen zum Ende des zweiten Quartals 2014 (Q2/2013: 11,6 Millionen), was laut Unternehmen die Effizienz des Marketings weiter erhöhte.

Andeutungen, dass das Plus bevorstehe, hatte das Unternehmen schon im Juli gemacht: Vor rund einem Monat gab Zalando bekannt, dass der Umsatz zwischen 520 und 560 Millionen Euro liegen werde. Daraus ergebe sich für das erste Halbjahr ein Umsatz zwischen 1,02 und 1,06 Milliarden Euro. Im gesamten Vorjahr erreichte der Umsatz 1,7 Milliarden Euro.

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