Zalando-Boom: IPO gefällig?

Zalando-Boom: IPO gefällig?

Die Mitarbeiter, die bislang in Räumen in der Nachbarschaft des Treptower Parks arbeiten, sollen noch vor Jahresende in ein mehr als doppelt so großes Büro in der Nähe des Alexanderplatzes umziehen, sagte Christoph Lange in einem Interview. Das Unternehmen wolle bis Ende 2014 das Team von zur Zeit 350 Programmierern um weitere 150 vergrößern, so der Leitende Produktmanager von Zalando.

“Es wird hier zu eng”, sagt er und deutet auf die Mitarbeiter, die, mit Jeans und Sneakers bekleidet, an der Verbesserung von Prozessen wie der Paketverfolgung arbeiten. “Im neuen Büro werden wir mehr Platz haben, und mehr Bereiche mit Sofas, wo die Leute zusammensitzen und Ideen austauschen können.”

Die technische Infrastruktur des Unternehmens muss in der Lage sein, zehn Mal so viele Transaktionen abzuwickeln wie derzeit, sagt Chief Information Officer Philipp Erler. Im vergangenen Jahr hat sich der Umsatz des Berliner Unternehmens auf 1,15 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Zalando ist damit der größte Online-Bekleidungseinzelhändler in Europa, vor der Londoner Asos. Die geplante Expansion “ist etwas, was uns ziemlich zuversichtlich über unsere Wachstumsstrategie macht”, so Erler.

Börsenkandidat

Zalando, 2008 von David Schneider und Robert Gentz mit Unterstützung der Samwer-Brüder gegründet, wurde in den Medien regelmäßig als Börsenkandidat gehandelt. Erst muss das Unternehmen aber noch profitabler werden.

Banken haben sich wegen der Möglichkeit eines Börsengangs an das Unternehmen gewandt, berichten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen, die ungenannt bleiben wollen. Zalando habe aber derzeit keine IPO-Pläne, sagte Sprecher Steffen Heinzelmann.

In einem Interview im Februar sagte Zalandos Co-CEO Rubin Ritter, der Onlinehändler stehe nicht zum Verkauf und seine Aktionäre seien “sehr glücklich” mit ihrem Investment. Dazu gehören Investment AB Kinnevik, DST Global LP, JPMorgan Chase & Co. und Quadrant Capital.

Asos, der größte ausschließlich online operierende Modeeinzelhändler in Großbritannien, hat einen Marktwert von rund 3,3 Mrd. Pfund (3,9 Mrd. Euro), mehr als das Sechsfache seines zuletzt gemeldeten Jahresumsatzes von 552,9 Mio. Pfund. Der Aktienkurs hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Asos erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Vorsteuergewinn von 41 Mio. Pfund und peilt bis 2015 einen Jahresumsatz von einer Milliarde Pfund an.

Gewinnschwelle erreicht

Zalandos Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben im letzten Jahr vor Zinsen und Steuern die Gewinnschwelle erreicht. Wegen der Kosten für den Geschäftsaufbau in weiteren Ländern meldete der Konzern eine Ebit-Marge von minus acht Prozent vom Umsatz. Das Unternehmen werde sich auf die Länder konzentrieren, wo es in diesem Jahr bereits präsent ist, sagte Ritter im Februar.

Der Onlinehändler will die Quote von Einkäufern, die auf die Website zurückkehren, erhöhen. Dafür sollen die Benutzeroberfläche verbessert, passendere Produkte vorgeschlagen und die Abwicklung der Transaktionen beschleunigt werden, so die Vorstände. Das Unternehmen will auch Daten von Facebook und Twitter einbeziehen, um Angebote besser auf die Besucher der Website zuzuschneiden.

Zalando verkauft unter anderem Designerkleidung von Labels wie Michael Kors und Patrizia Pepe oder Ray-Ban-Sonnenbrillen. Das Unternehmen plant für die kommenden Monate die Einführung einer mobilen App in seinen 13 Märkten außerhalb Deutschlands, so Lange. Dazu zählen Großbritannien, Frankreich, die Schweiz, Spanien und Polen.

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