Wohin der größte Fonds der Welt jetzt sein Geld umschichtet

Wohin der größte Fonds der Welt jetzt sein Geld umschichtet

Norges Bank Investment Management (NBIM): Sie managen den Riesenfonds und erweitern nun aufgrund der mageren Zinsen, ihr Anlagespektrum und erhöhen gleichzeitig ihr Risiko. Einer der Märkte in die sie nun investieren, sind sogenannte "Frontier Markets", also Märkte, die auf dem Weg zu Emerging Markets sind. Auch in Wohnimmobilien soll in den nächsten drei Jahren kräftig investiert werden. Ebenso sind Währungsspekulationen Teil der neuen Strategie. Das gaben die Norweger nun bekannt. Für Anleger kann diese Neupositionierung des weltweit größten Fonds der Welt auch interessante Ideen für das eigene Depot liefern.

Um angesichts des Niedrigzinsumfeldes trotzdem ansehnliche Renditen erzielen zu können, schichtet Norges Bank Investment Management das Portfolio des norwegischen Vermögenverwaltungsfonds um.

Die neue Strategie ist bis auf das Jahr 2016 ausgelegt. Das gab NBIM nun auf seiner Webseite bekannt.

Frontier Markets gelten als sogenannte Pre-Emerging Markets. Die Aktien und damit die Unternehmen dieser Märkte sind weniger etabliert als in Emerging Markets. Dazu zählen etwa arabische Länder wie Kuwait, Saudi Arabien, die Emirate oder auch Argentinien, Kasachstan oder die Ukraine.

Aktienanteil um zehn Prozent erhöht

Der Börsenindex dieser Länder, der MSCI Frontier Market, ist seit Jahresbeginn um 16 Prozent gestiegen, verglichen mit fünf Prozent, die der Weltaktienindex MSCI World seither gemacht hat. Oeystein Olsen, Chef der Norges Bank erklärte, er müsse das Risiko erhöhen, um die Zielrendite von vier Prozent, die der Fonds in der Vergangenheit auch knapp erreichte, auch weiterhin halten zu können. Deshalb wird nun auch der Aktienanteil von 60 Prozent auf 70 Prozent erhöht.

Vier Prozent Rendite

Der Norwegen-Fonds hält 1,3 Prozent aller weltweiten Aktien und hat seit seinem Start Anfang der späten 1990er Jahre im Schnitt knapp vier Prozent Rendite erwirtschaftet.

Um die neue Investmentstrategie umsetzen zu können, wird die Zahl der Mitarbeiter der Bank auf 970 nahezu verdoppelt. "200 Mitarbeiter davon sollen alleine die wachsenden Investments in Immobilien betreuen", so Olsen.

Der Fonds darf bis zu 35 Prozent Anleihen und bis zu fünf Prozent in Immobilen halten. Bisher ist der Fonds nur zu einem Prozent in Immobilien veranlagt.

Rendite um Staatsschulden zu zahlen

Eigentümer des Fonds ist der norwegische Staat, der die Einnahmen aus seinen Ölfunden teils in den Fonds investiert um die Wirtschaft so vor einer Überhitzung zu schützen. Das erste Kapital floß 1996 in den Fonds, zwei Jahre später investierte man das erste Mal in Aktien, 2000 in Titel von Emerging-Markets-Unternehmen und seit 2011 legt man das Geld auch in Immobilien an. Der Staat darf die vier Prozent Rendite entnehmen, um das Budgetdefizit abzudecken.

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