"Wir stehen am Rande des Abgrunds"

"Wir stehen am Rande des Abgrunds"

Es sei Eile geboten, um die Währungsgemeinschaft zu bewahren, erklärte der Chef des italienischen Traditionsinstituts Banca Monte dei Paschi di Siena.

"Wir stehen am Rande des Abgrunds." Das Risiko, dass die Euro-Zone auseinanderfalle, wachse von Tag zu Tag. Die Griechen entschieden zwar selbst, ob sie in der Euro-Zone blieben. "Aber wenn sie austreten, und wir noch nicht entschieden haben, wie wir die anderen Länder darin halten wollen, wird alles zerfallen."

Während die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone noch über den richtigen Kurs debattierten, sei eigentlich schnelles Handeln nötig, mahnte Profumo, der vormals Italiens größte Bank Unicredit leitete. "Wenn wir weiter herumdiskutieren, wird Italien keine Staatsanleihen mehr auflegen können, und die Banken werden vollends abhängig vom Geld der EZB." Zuletzt war auch Italien wieder stärker in den Strudel der Schuldenkrise geraten.

Pimco warnt erneut
Laut Bill Gross, dem Manager des weltweit größten Anleihefonds bei Pacific Investment Management Co. (Pimco), sollten Investoren daher vollständig einen Bogen um Europa machen - zumindest so lange, bis es eine größere Einbindung des privaten Sektors bei der Lösung der Schuldenkrise von Europa gibt.

Seiner Meinung nach dürften die Renditen amerikanischer Staatsanleihen weiter sinken, obwohl sie sich bereits auf einem Rekord-Tief befänden und überbewertet seien. Denn die USA bleiben der Zufluchtsort der Welt bei Unruhen, erklärte Gross im Interview mit Bloomberg Radio.

Investoren sollten auf Anleihen von Staaten wie etwa USA, Mexiko und Brasilien setzen - und dabei in den nächsten paar Jahren eher mittelfristige Laufzeiten auswählen. Diesen Ratschlag gab Gross in seinem monatlichen Investment-Ausblick.

Die oftmals geringere Qualität von Staatsanleihen stellt eine Bedrohung für das weltweite Währungssystem dar, schrieb Gross: “Das weltweite Währungssystem hat sich im Verlauf der letzten 100 Jahre so entwickelt und gewandelt, dass Geld immer leichter und reichlicher zur Verfügung stand. Jetzt dürfte jedoch ein Punkt erreicht worden sein, an dem es nicht mehr effizient und gerecht funktionieren kann.”

Wer lieber in Aktien investiert, dem empfahl Gross Unternehmen mit einem stabilen Cashflow und einem Engagement in Wachstumsmärkten.

Der von Gross verwaltete und 259 Mrd. Dollar schwere Total Return Fund hat in diesem Jahr bereits 5,27 Prozent zugelegt und damit 99 Prozent der Konkurrenz hinter sich gelassen. Insgesamt verwaltet Pimco, eine Tochter des deutschen Versicherers Allianz, 1,35 Billionen Dollar mit Stand vom September.

Agenturen/hahn

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