"Wie das Spiel ausgeht, ist noch offen"

"Wie das Spiel ausgeht, ist noch offen"

Bei seiner ersten öffentlichen Rede seit dem Amtsantritt am 1. Juni richtete der gebürtige Inder mahnende Worte an die Griechen, die am Wochenende zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ein neues Parlament wählen.

"Es steht viel auf dem Spiel", sagte er auf einer Konferenz des CDU-Wirtschaftsrats in Berlin. "Es bestehen nach wie vor Risiken." Jain sprach von potenziell weitreichenden und langfristigen Folgen für Europa und die ganze Welt.

In Griechenland muss am Sonntag neu gewählt werden, nachdem die Regierungsbildung nach dem Votum Anfang Mai gescheitert ist. Die Wahl gilt auch als Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren internationalen Rettungsprogramms. In Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der sparwilligen Parteien und der Reformgegner ab.

Die Hypovereinsbank stellt sich wegen der griechischen Wahlen auf alle Eventualitäten ein, wie auf dem CDU-Wirtschaftstag bekannt wurde. Der Vorstandssprecher der Mutter UniCredit, Theodor Weimer, sagte: "Wir haben heute in der Vorstandssitzung beschlossen, dass wir uns am Sonntag treffen für den Fall der Fälle". Endgültig entschieden werden solle am Freitag, ob diese Vorstandssitzung tatsächlich angesetzt wird. Als den "Fall der Fälle" bezeichnete er es, wenn sich die Gegner des Sparprogramms in Griechenland bei den Wahlen am Sonntag durchsetzen sollten.

"Europa am Scheideweg"

Jain sprach in seiner teilweise auf Deutsch, größtenteils aber auf Englisch gehaltenen Rede von einem Scheideweg in Europa. "Wir durchleben eine der schwersten Finanzkrisen seit Bestehen des modernen Europas. Wie das Spiel ausgeht, ist noch offen", sagte der Top-Investmentbanker, der zusammen mit Jürgen Fitschen die Nachfolge von Josef Ackermann angetreten hat. "Ich bin mir aber sicher, dass sich Europa erholen und sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen kann." Die Maßnahmen zur Rettung der spanischen Banken vom Wochenende nannte er ein Beispiel für eine gut konzertierte Aktion der Europäer.

Zugleich würdigte Jain die Arbeit seines Vorgängers Ackermann, unter dessen Führung sich die Deutsche Bank mit eigener Kraft durch die Finanzkrise manövriert hatte. "Einige Banken waren auf Hilfe durch den Staat angewiesen. Die Deutsche Bank, das sei in aller Bescheidenheit gesagt, gehörte nicht dazu", betonte Jain.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge