Wie Anleger von Marihuana-Freigabe profitieren

Wie Anleger von Marihuana-Freigabe profitieren

Zwei weitere US-Bundesstaaten haben Marihuana legalisiert. Die Kurse von Unternehmen wie MedBox schnalzen in die Höhe. Doch ein Investment bleibt hochriskant.

Der 6. November war nicht nur für Barack Obama ein wichtiger Tag, sondern auch für Unternehmen, die sich mit Marihuana beschäftigen: Denn an diesem Tag wurde in den beiden US-Bundesstaaten Colorado und Washington über die Freigabe dieses Suchtmittels abgestimmt – und die Wähler waren für eine Legalisierung. Nun dürfen Personen über 21 Jahren eine Menge von maximal 28 Gramm besitzen, und zwar nicht nur für medizinische Zwecke wie etwa in Kalifornien, sondern generell. 17 weitere Bundesstaaten der USA erlauben den Konsum von Cannabis, meist allerdings mit strengen Vorgaben verbunden.

Eine Industrie könnte entstehen

Die Befürworter einer Legalisierung argumentieren unter anderem mit ökonomischen Gründen: Die Staaten würden entsprechende Steuereinnahmen dringend benötigen. Und rund um Herstellung, Verarbeitung und Verkauf von Cannabis hat sich in den USA längste eine (legale) Industrie aufgestellt, die Schätzungen zufolge bereits jetzt einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Dollar macht. Tendenz stark steigend, denn es ist anzunehmen, dass weitere Staaten Marihuana legalisieren werden.

Einer dieser Anbieter ist MedBox : Das Unternehmen stellt Automaten her, aus denen etwa in Krankenhäusern medizinische Produkte entnommen werden können, also eine Art Getränkeautomaten für die Gesundheit. Der Aktienkurs von MedBox (ISIN: US58405D1000), bisher wirklich nur Insidern bekannt, ist seit der Abstimmung in Colorado und Washington um rund 3000 Prozent gestiegen. Offenbar wird damit gerechnet, dass MedBox den Vertrieb des legalen Cannabis bewältigen könnte. Die plötzliche Popularität des an der NASDAQ notierten Unternehmens macht nun aber sogar deren Vorständen Angst: Die warnten Investoren davor, dass der derzeitige Kurs nur ein Hype sei. Noch bestehe keine Nachfrage nach Cannabis aus dem Automaten, heißt es.

Gefährliche Investments

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, auch in Österreich von Marihuana zu profitieren. Hierzulande steht Cannabis auf der Liste der verbotenen Suchtmittel, daher ist jeder Besitz, Verkauf und Anbau untersagt. Anleger könnten aber auf den voraussichtlich steigenden Umsatz der US-Marihuana-Branche wetten, indem sie beispielsweise in Terra Tech investieren: Die US-Firma (ISIN: US88102J1007) stellt über die Tochter GrowOp Technology Produkte her, die für den Anbau von Hanfpflanzen – auch innerhalb von Räumlichkeiten – verwendet werden.

Wohin geht die Branche?

Tatsache ist aber auch: Ebenso wie der Konsum von Marihuana ist auch das Investment in die legale Branche rund um dieses Suchtmittel unter Umständen riskant. Noch lässt sich nicht hervorsagen, in welche Richtung sich die Branche wirklich entwickelt. Bis dahin könnten Anleger auch Unternehmen im Auge behalten, die von einer blühenden Cannabis-Industrie in den USA profitzieren könnten – zum Beispiel Sticky Guide , einem jungen Unternehmen, das im Internet die Ausgabestellen von Marihuana auflistet, also eine Art Cannabis-Herold betreibt. Die Firmengründer suchen derzeit Investoren.

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