Weshalb US-Technologie-Firmen plötzlich Dividenden zahlen

Weshalb US-Technologie-Firmen plötzlich Dividenden zahlen

US-Technologie-Unternehmen zahlen Dividenden wie noch nie – das macht Analysten skeptisch. Ist das Wachstum bald vorüber?

Apple, Microsoft, Intel und anderen amerikanischen Technologiefirmen geht es so gut wie nie – weshalb sonst sollten sie Dividenden in einem Ausmaß zahlen, wie es bisher nicht bekannt war?

Zwar zahlen Technologiefirmen unter allen Unternehmen im Standard & Poor´s 500 Index noch immer die geringsten Dividende, doch zuletzt haben sie in der Hinsicht kräftig aufgeholt. In dem Quartal haben etwa Apple und Dell damit begonnen, im Quartal auszuzahlen. Bisher hatte die Technologiebranche ihre Gewinne dazu verwendet, in Forschung und Entwicklung neuer Produkte sowie in den Ankauf anderer Unternehmen zu stecken.

Was sind die Gründe?

Was steckt also hinter der neuen Großzügigkeit im Technologie-Sektor? Die Analysten sind geteilter Meinung: Die einen sehen als Zeichen für Selbstvertrauen nach elf Quartalen mit Gewinnen in Folge und dafür, dass die Unternehmen ordentlich Geld zur Verfügung haben. Doch viele betrachten die Dividendenzahlungen eher als Alarmsignal – die Unternehmen wüssten einfach nicht, was sie mit dem Geld machen sollten, es gäbe keine Aussichten auf starkes Wachstum mehr.

Intel zahlt und verliert

Als Beispiel wid Chiphersteller Intel angeführt: Das kalifornische Unternehmen hat im Mai 22,5 Cent je Aktie gegeben, doch seither ist die Aktie um 13 Prozent gefallen. Vorige Woche hat Intel seine Prognosen für das dritte Quartal angesichts der sinkenden Nachfrage bei PC zurechtstutzen müssen. Computerhersteller Dell hat im Juni angekündigt, Dividenden zu zahlen – zugleich gibt es schon das dritte Quartal in Folge mit sinkenden Gewinnen.

Keine Einzelfälle: Studien zufolge wird sich da Wachstum der Computerindustrie in den nächsten beiden Jahren einbremsen. Historisch gesehen war die plötzliche Auszahlung von Dividenden oft eine Ankündigung schwacher Aktienperformance. Auch Microsoft mag da als Beispiel gelten: Der US-Softwarekonzern zahlt schon seit 2003 Dividenden, heuer sind die Microsoft-Aktien um knapp sechs Prozent gestiegen – eine schwache Performance im Vergleich zum Plus von 47 Prozent, die Computerfirmen im S&P-Index im Schnitt hingelegt haben.

Ausnahme: Apple

Und Technologiefirmen, die keine regelmäßigen Dividenden zahlen, machen sieben der zehn größten Aufsteiger in der Techno-Sparte seit 2003 aus. Einzig Apple tanzt aus der Reihe – aber der iPad-Hersteller hat ja auch geschätzte 117 Milliarden Dollar in Cash zur Verfügung.

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