Warren Buffett: "Ich liebe es, mir Gedanken über Berkshire zu machen"

Warren Buffett: "Ich liebe es, mir Gedanken über Berkshire zu machen"

Der Reichtum von Waren Buffett steckt in Anteilen seiner börsennotierten Investmentholding Berkshire Hathaway.

Wie Buffett reich geworden ist? Der 82-Jährige versichert, dass er auf altmodische Weise einfach die Bilanzen von Unternehmen studiert - und erst dann einzelne Anteile oder die ganze Firma kauft. Buffett hat einen Hang zu Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen. Umgekehrt macht er einen Bogen um Firmen, deren Geschäftsmodell er nicht versteht. Dazu zählt er die meisten Technologiefirmen.

Buffett hat sich mit seiner bodenständigen Art und seinem trockenen Humor eine große Fangemeinde geschaffen. Seine Anhänger nennen ihn wegen seines fast untrüglichen Riechers für die richtige Geldanlage das "Orakel von Omaha" - nach seiner Heimatstadt in Nebraska, wo er noch heute in dem Haus wohnt, das er 1958 für 31.500 Dollar gekauft hatte.

Nur 100.000 US-Dollar

Als Chef von Berkshire Hathaway genehmigt sich Buffett ein Jahresgehalt von lediglich 100.000 Dollar. Und er hatte nie ein Problem damit, sich selbst auf die Schippe zu nehmen: Legendär ist seine Gesangseinlage in einem Firmenvideo seines Versicherers Geico. Dort rockt Buffet im Outfit von Axl Rose mit Tattoos, langen Haaren, Stirnband und Lederjacke.

Vor einem Jahr wurde bei ihm Prostata-Krebs entdeckt - eine Strahlenbehandlung scheint jedoch eingeschlagen zu haben. Ans Aufhören denkt er Buffett bis heute nicht.

Ein Herz für Aktionäre

Warren Buffett hat es passend zur Hauptversammlung seiner Investmentholding Berkshire Hathaway geschafft, einen satten Gewinn für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Im ersten Quartal verdiente das Konglomerat unterm Strich 4,9 Mrd. Dollar (3,8 Mrd. Euro) und damit eineinhalb mal so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Vor allem das Versicherungsgeschäft warf mehr Geld ab, wie Berkshire Hathaway am Freitag nach US-Börsenschluss bekanntgab. Zu den etwa 80 Tochterfirmen gehören Rückversicherungen sowie der in den USA bekannte Autoversicherer Geico. Auch Buffetts berühmte Spekulationsgeschäfte erwiesen sich als einträglich.

Die Zahlen lagen über den Erwartungen und sorgten damit für gute Laune auf dem Aktionärstreffen von Berkshire Hathaway am Wochenende in Omaha. Die Veranstaltung ist auch als "Woodstock für Kapitalisten" bekannt. Bis zu 37.000 Aktionäre strömten in Buffetts Heimatstadt im US-Bundesstaat Nebraska, um ihrem Idol zu lauschen.

Buffett hat viele seiner Fans reich gemacht. Allein seit dem letzten Aktionärstreffen im vergangenen Jahr ist die Aktie um ein Drittel im Wert gestiegen. Zur Freude der Anteilseigner macht der Altmeister keine Anstalten, in Rente zu gehen. "Ich liebe es, mir Gedanken über Berkshire zu machen", sagte der 82-Jährige. "Es ist ein Teil von mir."

Heinz war sein bislang letzter Coup

Buffett hat binnen Jahrzehnten ein Reich geschmiedet, dass von einer Fast-Food-Kette (Dairy Queen) über eine Chemiefirma (Lubrizol) und einen Textilhersteller (Fruit of the Loom) bis hin zu einer Fluggesellschaft für Geschäftsreisende (Netjets) reicht. Hinzu kommen große Aktienpakete an börsennotierten Konzernen. Gerade kauft Buffett zusammen mit einem Finanzinvestor die Ketchup-Firma H.J. Heinz für 23 Mrd. Dollar auf.

Geld ist genug vorhanden: Ende März lagen 49,1 Mrd. Dollar in der Kasse, immerhin 11,3 Mrd. Dollar mehr als vor einem Jahr. Die Versicherungstöchter haben die größten Reserven.

Buffetts Geschäftssinn ist legendär. In diesem Jahr hatte er seine Aktionäre im Vorfeld der Hauptversammlung aber auf andere Weise überrascht: Er setzte seine erste Botschaft per Kurznachrichtendienst Twitter ab: "Warren is in the house." Es folgte ein zweiter Tweet mit Hinweis auf einen Essay des Milliardärs, im dem er argumentiert, dass Frauen der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg der USA sind. Bis zum Wochenende zog er damit mehr als 360.000 Follower an.

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