Warren Buffett: Auch Gurus können irren...

Warren Buffett: Auch Gurus können irren...

...in Summe bleiben sie trotzdem auf der Gewinnerstrasse. Engagement der Buffett-Firma Berkshire Hathaway bei GM brachte Verlust, Einstieg bei Wal Mart Stores hat sich mehr als ausgezahlt.

"Kaufe nur, was ich verstehe" - dieser, dem US-Aktienguru Warren Buffett zugeschriebene Satz, hat den mittlerweile 81jährigen zu einem der reichsten Männer der welt gemacht. In Summe verwaltet Berkshire Hathaway Inc., die Investmentholding von Warren Buffett, ein Aktienportfolio von 89,1 Milliarden Dollar. Genug um kurzfristig kleinere Ausrutscher wie jenen beim Automobilhersteller GM zu verkraften. Unmittelbar bevor die Titel des Auto-Konzerns um 16 Prozent absackten, griff die Investmentholding von Buffett bei GM-Aktien zu.

Im Zeitraum bis zum 3. Februar sammelte Berkshire etwa 8,47 Millionen GM-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 24,35 Dollar an, wie Daten der National Association of Insurance Commissioners (NAIC) hervorgeht, die von Bloomberg zusammengestellt wurden. Am Freitag schloss die Aktie bei 20,31 Dollar, deutlich unter dem Einkaufspreis.

Buffett hat sich einen Ruf damit aufgebaut, dass er in unterbewertete Aktien investiert und dann volatile Zeiten aussitzt, bis die Kurse wieder anziehen. Dank dieser Strategie ist es Berkshire gelungen, die größten Beteiligungen an Unternehmen wie Coca-Cola Co. und American Express Co. aufzubauen.

“Es ist wahrscheinlich der Vorteil des Berkshire-Modells, dass sie sich nicht auf” kurzfristige Ergebnisse konzentrieren müssen, sagt Meyer Shields, ein Analyst von Stifel Nicolaus & Co. “Die langfristige Bilanz bei Aktien ist recht gut. Wenn man also in der Position ist, deutlich mehr an Markt-Fluktuation als so ziemlich jeder andere Investor aushalten zu können, dann dürfte man dazu in der Lage sein, zu profitieren.”

Der mittlerweile 81-jährige Buffett hat Vorkehrungen getroffen für die Zeit, wenn er nicht mehr an der Spitze des Unternehmens steht. So hat er etwa die früheren Hedgefonds- Manager Ted Weschler und Todd Combs an Bord geholt, um ihm bei der Verwaltung des Aktien-Portfolios mit einem Volumen von 89,1 Mrd. Dollar zu helfen. Eigenen Aussagen zufolge gehen die größten Wetten auf Buffett zurück, während seine Stellvertreter kleinere Investments verantworten. Jeder der beiden verwaltet dabei 2,75 Mrd. Dollar, erklärte Buffett bei der Jahreshauptversammlung am 5. Mai.

“Combs, Weschler und Buffett gleichen sich wie ein Ei dem anderen”, erklärt Jeff Matthews, ein Aktionär von Berkshire und Autor von “Secrets in Plain Sight: Business and Investing Secrets of Warren Buffett”, gegenüber Bloomberg. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich um die Entwicklung einer Aktie in einem Quartal Sorgen machen.”

GM-Aktien brachten Verlust von 42,1 Millionen Dollar

Berkshire erstand weitere 1,53 Millionen GM-Aktien im Zeitraum bis zum 14. Februar für durchschnittlich 25,46 Dollar, wie aus den Daten hervorgeht. Insgesamt ist durch diese Investments bis zum GM-Schlusskurs am 5. Juli ein Verlust von 42,1 Millionen Dollar entstanden - sofern die Aktien nicht in der Zwischenzeit verkauft wurden. Für einen Großteil der Aktieninvestments von Berkshire sind die Versicherungstöchter verantwortlich, deren Anlagen wiederum von NAIC verfolgt werden.

Die Talfahrt von GM stellt für Berkshire unter Umständen eine gute Möglichkeit dar, weiter Aktien zuzukaufen, sagt Tom Lewandowski, ein Analyst bei Edward Jones & Co. Beim Juni-Absatz konnte der Autokonzern positiv überraschen, der Kurs schnellte hoch. “Wenn überhaupt, würde ich darauf wetten, dass sie weiter einkaufen, wenn sie Vertrauen in ihr Investment haben”, sagt Lewandowski im Telefoninterview.

Wal Mart-Höhenflug bringt 87,7 Millionen Gewinn

Bei anderen Investments bewiesen die Berkshire-Verwalter ein besseres Händchen. So haben die Titel von Wal-Mart Stores Inc. im ersten Quartal deutlich zugelegt. Buffetts Firma hatte 7,67 Millionen Aktien des weltgrößten Einzelhändlers bis zum 29. März zugekauft und dafür im Schnitt 59,92 Dollar gezahlt. Am Freitag schlossen die Titel auf ihrem Rekordhoch von 71,36 Dollar. Anfang des Jahres waren sie noch durch Bestechungsvorwürfe in Mexiko belastet worden. In Summe brachten die Wal Mart Stores einen Gewinn von 87,7 Millionen Dollar.

Auch mit den Zukäufen bei Liberty Media Corp. und bei DirecTV lag Berkshire richtig. Die 1,3 Millionen Liberty-Aktie wurden zu durchschnittlich 83,03 Dollar gekauft - die Aktie schloss am Freitag bei 90,20 Dollar. Die 2,65 Millionen DirecTV- Titel wurden zu 44,48 Dollar gekauft und kosten mittlerweile 49,24 Dollar.

Bilanz der gesamten Aktienkäufe: Dem Verlust bei GM steht ein deutlicher Gewinn von 109,7 Millionen Dollar bei den restlichen Einkäufen gegenüber. In Summe bleibt am Ende doch ein Plus von 67,6 Millionen Dollar.

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