Vorbereitungen für ThyssenKrupp-Kapitalerhöhung läuft

Vorbereitungen für ThyssenKrupp-Kapitalerhöhung läuft

Es gebe bereits Gespräche mit Investoren, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. Der Schritt stehe aber noch nicht unmittelbar bevor, sagte eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete dagegen, der Essener Konzern könnte möglicherweise schon nächste Woche Kapital einsammeln.

Das Unternehmen bereite den Verkauf von Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro an große Anleger vor, hieß es in dem Blatt weiter. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat die Ausgabe neuer Aktien nicht ausgeschlossen.

Ein Sprecher des Konzerns verwies allerdings am Samstag auf die Aussage des Managers, wonach eine Entscheidung darüber unter anderem erst möglich sei, wenn der Verkauf der Verluste schreibenden Stahlwerke in Übersee abgeschlossen sei. Auch in Finanzkreisen wurde eine Kapitalerhöhung noch vor einer Lösung für die Stahlwerke als unwahrscheinlich bezeichnet - die Unsicherheit um die Verlustbringer schrecke Investoren ab.

Hiesinger selbst hatte im Mai eine Kapitalerhöhung innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate nicht ausgeschlossen. Die Verhandlungen zum Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und den USA sind immer wieder ins Stocken geraten. Es ist unklar, ob ein Verkauf wie geplant bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) gelingt. Die Werke haben ThyssenKrupp Milliardenverluste eingebracht. Zudem lasten auf dem Unternehmen Schulden von fünf Milliarden Euro. Am Dienstagabend legt ThyssenKrupp seine Quartalszahlen vor.

"ThyssenKrupp spricht mit Investoren", sagt ein Insider Reuters. Bis spätestens zum Herbst solle es voraussichtlich eine Kapitalerhöhung geben. Spätestens im September, möglicherweise aber schon im August, könnte das Unternehmen zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro bei institutionellen Anlegern einsammeln, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" Insider aus dem Unternehmen und der lokalen Politik. Zurzeit würden verschiedene Modelle durchgespielt und ganz diskret Gespräche mit einem kleinen Kreis potenzieller größerer Investoren geführt, berichten Insider dem Blatt.

Zu jenen Investoren, mit denen geredet werde, soll auch die RAG-Stiftung zählen, die - geführt vom ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Werner Müller - seit einigen Wochen als Retter von Thyssen-Krupp im Gespräch sei. Sie könnte dem Blatt zufolge der Krupp-Stiftung dabei helfen, dass diese ihren dominierenden Einfluss bei Thyssen-Krupp auch nach der möglichen Kapitalerhöhung behält. Insider hatten Reuters bereits gesagt, die RAG-Stiftung könnte der Krupp-Stiftung mit einem Darlehen beispringen, damit diese eine Beteiligung an einer Kapitalerhöhung stemmen könnte. Eine direkte Beteiligung der RAG-Stiftung erscheint dagegen als unwahrscheinlich.

Thyssen will europäisches Stahlgeschäft im Konzern halten

Die Krupp-Stiftung hält 25,3 Prozent der Anteile und gilt als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme. An ihrer Spitze stand jahrzehntelang die Konzern-Legende Berthold Beitz. Nach seinem Tod Ende Juli ist die Führungsfrage ungeklärt. Beitz galt auch als Garant für einen Erhalt der Stahlsparte. Auch hier sind immer wieder Spekulationen aufgekommen, der Konzern könne sich von der Geschäft mit dem Werkstoff in Europa und den 28.000 Beschäftigten trennen. Hiesinger hat jedoch immer wieder erklärt, keine solchen Pläne zu hegen.

Die "Rheinische Post" berichtete am Samstag, ThyssenKrupp prüfe einen Verkauf von Teilen des europäischen Stahlgeschäfts an den russischen Oligarchen Viktor Vekselberg. Es habe Gespräche mit ihm gegeben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise. ThyssenKrupp wies dies zurück. "Das ist Unsinn. Es gab und es gibt keine Gespräche über einen Verkauf von ThyssenKrupp Steel Europe." Es sei bedauerlich, dass mit Unwahrheiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verunsichert und Ängste ausgelöst würden. "Der Vorstand hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass es das Ziel ist, Steel Europe als Bestandteil von ThyssenKrupp zu erhalten."

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