Vom arbeitslosen Banker zum Hedgefonds-Gründer

Vom arbeitslosen Banker zum Hedgefonds-Gründer

Denn viele der nun auf der Straße stehenden Händler in London oder New York wollen künftig auf eigene Faust ihr Glück an den Märkten versuchen.

Einige weitere Banker könnten aus Frust über sinkende Boni bei den Geldhäusern dazustoßen. Das Eigenhandelsverbot für Institute in den USA macht Banken für viele "Trader" zusätzlich unattraktiv. "Die Arbeit für einen Hedgefonds wird ganz klar eine immer reizvollere Alternative für Banker", sagt David Barenborg, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter BlackRock Alternative Advisors.

Hedgefonds haben früher oft mit Banken konkurriert. Heute sind die Geldhäuser bei riskanten Geschäften eher auf dem Rückzug, während die Profi-Investoren weiter mit hohen Risiken hantieren. Seit 2007 haben Banken Hunderttausende Jobs gestrichen und ganze Investmentbankbereiche dicht gemacht. In den vergangenen Monaten haben daher viele ehemalige Banker ihr Glück in der Hedgefonds-Branche versucht. Prominente Namen vor allem im angelsächsischen Raum sind Mike Stewart und Deepak Gulati von JP Morgan, der frühere Citigroup -Chef-Eigenhänder Sutesh Sharma und Borut Miklavcic von Nomura. Daneben will der frühere Deutsche-Bank-Händler Antoine Cornut einen eigenen auf Kreditprodukte spezialisierten Hedgefonds namens Camares Capital auflegen, wie es in Finanzkreisen heißt.

Die schärfere Regulierung facht die Neugründungen zusätzlich an. So verbietet eine nach dem früheren US-Notenbankchef Paul Volcker benannte Regel in den USA künftig riskante Eigenhandelsgeschäfte der Banken. Die Vorschrift gilt verbindlich ab 2014. Einige Häuser haben sich darauf bereits eingestellt und die Abteilungen dicht gemacht, andere warten noch ab. "Wir werden definitiv noch einige Abspaltungen in den nächsten Jahren sehen", sagt Daniel Caplan, Hedgefonds-Experte der Deutschen Bank, der viele der Neugründungen begleitet hat.

Der Aufbau neuer Fonds ist aber in diesen Zeiten eine riskante Strategie. Viele Hedgefonds haben Schwierigkeiten, von Investoren wie Pensionskassen, reiche Familien oder Stiftungen frische Gelder zu bekommen, da sie mit einer durchschnittlichen Rendite von gut vier Prozent in diesem Jahr nicht überzeugen konnten - zumal die Risiken vergleichsweise hoch sind. Für Neulinge ist es da besonders schwer, die kritische Größe von mehr als einer Milliarde Euro zu erreichen: Die meisten Anleger vertrauen ihre Millionen da lieber den etablierten und bekannten Namen an. So mussten einige ehemalige Händler ihre Hedgefonds-Projekte nach relativ kurzer Zeit wieder begraben. Bekanntestes Beispiel ist Edoma Partners: Der von zwei früheren Goldman-Sachs-Bankern gegründete Fonds musste unlängst nach zwei Jahren seine Tore wieder schließen.

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