Verzockt: Fresenius bessert bei Rhön-Klinikum nicht nach

Verzockt: Fresenius bessert bei Rhön-Klinikum nicht nach

Der Gesundheitskonzern Fresenius lässt vorerst die Finger vom Konkurrenten Rhön-Klinikum.

"Fresenius wird den Aktionären der Rhön-Klinikum bis auf Weiteres kein neues Übernahmeangebot unterbreiten", teilte der DAX-Konzern am Montag mit. "Jede unserer Investitionen muss bei beherrschbaren Risiken Wert schaffen", sagte Fresenius-Chef Ulf Schneider. "Vor diesem Hintergrund sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass ein erneutes Angebot nicht vertretbar ist."

Bei möglichen Fusionen im deutschen Krankenhausmarkt will das Unternehmen jedoch auch künftig mitreden. Der Konzern halte derzeit einen Anteil von fünf Prozent minus einer Aktie an Rhön und werde diesen Anteil "in begrenztem Umfang" aufstocken, teilte Fresenius mit. Da auch die Konkurrenten Asklepios und B. Braun über fünf Prozent an Rhön halten, deutet damit alles darauf hin, dass sich die Konkurrenten auf absehbare Zeit gegenseitig blockieren werden.

Der Rhön-Vorstand bedauerte die Absage von Fresenius. "Der Vorstand teilt weiterhin die strategische Logik des Zusammenschlusses zweier großer privater Klinikbetreiber in Deutschland", sagte Rhön-Chef Wolfgang Pföhler. "Rhön-Klinikum sieht sich für die Zukunft gut gerüstet, um bei der Konsolidierung im Krankenhausmarkt weiterhin eine aktive Rolle zu spielen." Da viele Investoren auf ein zweites Angebot gesetzt hatten, verloren Rhön-Aktien vorbörslich 14,5 Prozent.

Fresenius war Ende Juni im ersten Versuch gescheitert, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu übernehmen, weil der Konzern nicht wie angestrebt gut 90 Prozent der Rhön-Aktie einsammeln konnte. Im Anschluss lotete der Dax-Konzern aus, ob er einen zweiten Anlauf bei Rhön macht und sich dabei zunächst mit einer einfachen Mehrheit zufrieden gibt. Am Ende fiel das Urteil negativ aus. "Leider konnte keine hinreichend verlässliche Grundlage für die Verwirklichung der unternehmerischen Ziele geschaffen werden," erklärte der Konzern.

Der Verzicht des Gesundheitskonzerns Fresenius auf ein zweites Übernahme-Angebot hat Rhön-Klinikum am Montag den größten Tagesverlust der Unternehmensgeschichte beschert. Die Papiere des Klinik-Betreibers fielen um bis zu 21,6 Prozent und kosteten mit 14,86 Euro nur unwesentlich mehr als unmittelbar vor Bekanntgabe des ersten Angebots im April. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde fast zweimal so viele Rhön-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge