US-Wettbewerbshüter treten bei der Fusion von American und US Airways auf die Bremse

US-Wettbewerbshüter treten bei der Fusion von American und US Airways auf die Bremse

Die US-Regierung will den elf Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss zwischen American Airlines und US Airways vor Gericht anfechten. Das Vorhaben reduziere die Zahl der heimischen Luftfahrtgesellschaften und führe zu Preiserhöhungen für die Verbraucher, hieß es in der am Dienstag beim Bezirksgericht in Columbia eingereichten Klage des Justizministeriums.

Diese werde von mehreren Bundesstaaten, darunter Arizona und Texas, unterstützt. Erst vergangene Woche hatte die EU-Kommission die Fusion unter Auflagen genehmigt. Der Kurs der US-Airways-Aktie fiel nach Bekanntwerden der Klage um elf Prozent.

Das Justizministerium äußerte sich besorgt darüber, dass nach einer Fusion der American-Airlines-Mutter AMR mit US Airways mehr als 80 Prozent des zivilen US-Luftverkehrs nur noch von vier Gesellschaften kontrolliert würden. Beide Gesellschaften hätten erklärt, auch alleine erfolgreich sein zu können. Daher verdiene es der Verbraucher, von einer fortgesetzten Wettbewerbsdynamik zu profitieren. Die Unternehmen äußerten sich zunächst nicht zu der Klage.

Die beiden wirtschaftlich seit Jahren schwächelnden Airlines wollen mit der Allianz ihre Position gegenüber den heimischen Rivalen Delta und United Continental stärken. Zusammen kämen sie mit 113.000 Mitarbeitern auf einen Jahres-Umsatz von zuletzt knapp 39 Milliarden Dollar. Gemessen an den geflogenen Meilen wären sie der weltweite Branchenprimus.

Vierter großer Zusammenschluss seit 2008

Die Fusion wäre der vierte große Zusammenschluss in der US-Luftfahrtindustrie seit 2008: Delta Air Lines hatte Northwest gekauft, United und Continental schlossen sich zusammen und Southwest kaufte den Billigflieger AirTran.

Die Fusion soll jährlich Einsparungen von einer Milliarde Dollar bringen. Zunächst würden aber einmalige Kosten von 1,2 Milliarden Dollar über drei Jahre anfallen. Bei der Fusion soll kein Geld fließen, sondern es soll einen Aktientausch geben. Am neuen Unternehmen sollte AMR 72 Prozent halten, Aktionäre von US Airways den Rest. Die fusionierte Gesellschaft soll unter dem Namen American Airlines fliegen.

Der neue Konzern würde den Plänen zufolge zur Allianz Oneworld um die British Airways gehören. US Airways müsste damit das Konkurrenz-Bündnis Star Alliance um die Lufthansa verlassen. Die Frankfurter haben dort aber mit United weiter einen wichtigen US-Partner.

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