US-Millionäre so bullish wie noch nie

US-Millionäre so bullish wie noch nie

Zwanzig Prozent von 1.020 befragten US-Haushalten erklärten, sie hätten einzelne US-Titel erworben, wie die Fondsgesellschaft Fidelity Investments mit Sitz in Boston berichtet.

Auf dem zweiten Platz sind liquide Mittel, bei denen 13 Prozent der Befragten ihre Positionen ausbauten. Börsennotierte Indexfonds wurden von elf Prozent gekauft, und jeweils zehn Prozent weiteten ihren Bestand um einzelne US-Anleihen und US-Aktienfonds aus.

Die breite Öffentlichkeit flüchtet sich hingegen in festverzinsliche Werte, seit der Standard & Poor’s 500 Index im Jahr 2008 um 38 Prozent einbrach. Acht Jahre zuvor waren Technologieaktien nach dem Platzen der Internetblase eingebrochen. In dem zwölf Monaten bis Ende März zogen Anleger aus US-Aktienfonds netto 130 Mrd. Dollar ab, wie Daten des Analyseunternehmens Morningstar Inc. zeigen. Anleihefonds verzeichneten hingegen Zuflüsse von 191 Mrd. Dollar.

“Sie sind in ihrer Betrachtung von Investmentchancen wahrscheinlich weiter als der Durchschnitts-Investor”, äußerte sich Bob Oros, Executive Vice President bei Fidelity, in einem Interview mit Bloomberg News über die Millionäre. “Ihre Risikoabneigung geht immer mehr zurück.”

Fidelity fragte die Millionäre nicht, wie viel sie investierten. In den USA gibt es laut einem Bericht der Boston Consulting Group vom Mai 5,13 Millionen Haushalte, die über ein Anlagekapital von mindestens einer Million Dollar verfügen. Das entspricht 4,3 Prozent der Bevölkerung.

Millionäre zu positiv?

Seit Einführung der Umfrage im Jahr 2006 seien die Millionäre noch nie so positiv für die künftige Entwicklung der Wirtschaft gestimmt gewesen wir jetzt, beschrieb Oros. Zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer wären eigenen Angaben zufolge bereit, einen großen Teil ihres Portfolios in riskante Investments zu stecken, während es vor drei Jahren im Gefolge der Finanzkrise nur 8,2 Prozent waren.

Die befragten Haushalte verfügten über ein investierbares Vermögen von mindestens einer Million Dollar, ohne Berücksichtigung von Altersersparnissen und Immobilien, und waren nicht unbedingt Kunden von Fidelity, teilte die Fondsgesellschaft mit. Das durchschnittliche Alter lag bei 61, das durchschnittliche investierbare Vermögen bei 3,05 Mill. Dollar.

Rund 26 Prozent der Befragten fühlten sich nach eigenen Angaben nicht reich und würden dafür im Mittel 5 Mill. Dollar benötigen. Im vergangenen Jahr erklärten 42 Prozent der Millionäre, sie bräuchten im Schnitt 7,5 Mill. Dollar, um sich reich zu fühlen. “Innerhalb dieser Gruppe hat es eine Umorientierung gegeben, was sie brauchen”, sagt Oros.

Rund 86 Prozent der Millionäre in der Fidelity-Umfrage haben ihren Reichtum selbst erwirtschaftet und nicht geerbt. Das dürfte ein Grund sein, warum die Gruppe eher bereit sei, in US- Aktien zu investieren. Sie habe in ihrer Lebenszeit steigende Kurse erfahren, so Oros. “Der Durchschnitts-Anleger täte gut daran, diese Gruppe als Beispiel zu nehmen”, erläutert er. “Sie kehren als erste zurück.”

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