US-Börsen: Es riecht nach Crash

US-Börsen: Es riecht nach Crash

Der S&P 500 ist nach Daten von Bloomberg in den vergangenen 12 Monaten auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 gestiegen. Das ist ein Zuwachs von 14 Prozent. Die Bewertungen sind zuletzt 1999 während der Technologieblase in einem derartigen Ausmaß gestiegen. Anschließend erfolgte ein Absturz um 49 Prozent.

Für die Skeptiker ist dies ein Signal dafür, dass der Bullenmarkt sich im Endstadium befindet, zumal zyklische Unternehmen wie Caterpillar ein langsameres Gewinnwachstum in Aussicht gestellt haben. "Die Märkte sind zu weit voraus gelaufen," erklärt Robert Royle, Fondsmanager bei Smith & Williamson in London, am 20. August. "Die Hoffnung ruht auf einer fundamentalen Erholung in der zweiten Jahreshälfte", so Royle. "Ich bin mir aber keineswegs sicher, was die Erholung bringen soll."

Optimisten argumentieren dagegen, dass die gestiegenen Bewertungen Ausdruck wachsenden Vertrauens in die Wirtschaft sind. In der Vergangenheit haben die letzten Phasen von Rallies oft die größten Gewinne gebracht. Laszlo Birinyi, Präsident von Birinyi Associates, weist darauf hin, dass in der finalen Übertreibungsphase durchschnittliche Zuwächse von 39 Prozent erzielt wurden.

Bullenmarkt mit Überlänge

Der S&P 500 ist seit der Bodenbildung 2009 um über 140 Prozent gestiegen. Die Länge des Aufschwungs von nun 53 Monaten hat die durchschnittliche Dauer von Bullenmärkten bereits um vier Monate übertroffen, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Dabei hat sich die Ergebnisdynamik jedoch merklich abgeschwächt. Die Gewinne der im S&P 500 versammelten Unternehmen stiegen 2010 um 37 Prozent, 2011 dann um 19 Prozent, um sich im vergangenen Jahr auf plus 2,3 Prozent abzuflachen. Für dieses Jahr gehen Analysten von einem Anstieg um neun Prozent aus. Dies geht aus mehr als 11.000 von Bloomberg zusammengestellten Schätzungen hervor.

Trotz des erhöhten Bewertungsniveaus befindet sich der S&P 500 noch unter dem Niveau, das an den Scheitelpunkten früherer Rallies erreicht wurde. Das durchschnittliche KGV während der Haussen seit 1957 lag bei 17,4 und damit zehn Prozent über dem aktuellen Stand. Die Aufschwünge endeten im Schnitt bei einem KGV von 20,2 und damit sogar um 26 Prozent über dem derzeitigen Nveau, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

"Die Höhe der Bewertung ist wichtiger als die Zeit, die es braucht, um dorthin zu kommen", sagt daher Russ Koesterich, leitender Investmentstratege bei BlackRock in New York am 22. August. "Die Bewertungen sind unter dem Niveau von 2007 und weit, weit unter dem von 2000."

Rally in den letzten Zügen

Allerdings wurden die Kursgewinne der großen US-Indizes von zuletzt nur einigen großen Werten getrieben. Davor warnt "Crashprophet" Marc Faber : "Der S&P handelt lediglich wenige Punkte unter seinem Hoch – und kürzlich hatten wir über 400 neue Zwölfmonatstiefs an der NYSE. Das zeigt, dass sich das zugrundeliegende Bild des Marktes deutlich von dem unterscheidet, was an den Indizes abzulesen ist. Nasdaq, S&P und Dow werden von wenigen Aktien bewegt, die sehr stark sind. Bei denen bilden sich aber bereits Blasen". Diese Entwicklung erinnert Faber frappant an das Crashjahr 1987. Er rät daher Invetsoren aus dem US-Aktienmarkt auszusteigen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge