Ursula Gather tritt bei Krupp-Stiftung Beitz-Nachfolge an

Ursula Gather tritt bei Krupp-Stiftung Beitz-Nachfolge an

Die Rektorin der Technischen Universität Dortmund, Ursula Gather, soll das Kuratorium der mächtigen Krupp-Stiftung führen. Die 60-Jährige trete das Amt zum 1. Oktober an, teilte am Mittwoch die Stiftung mit, die 25,3 Prozent der Anteile an dem größten deutschen Stahlkonzern hält. Ende Juli war der langjährige Chef der Stiftung, Berthold Beitz, im Alter von 99 Jahren gestorben. Beitz hatte sowohl das Kuratorium als auch den Vorstand der Stiftung geführt. Die Nachfolge an der Spitze des Vorstands ist noch offen.

Das Kuratorium ist das einflussreichere Gremium, das quasi wie ein Aufsichtsrat in einem Unternehmen die Arbeit des Vorstands kontrolliert. Die Krupp-Stiftung gilt mit ihrer Sperrminorität als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme von ThyssenKrupp. Im Kuratorium sitzen unter anderem die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die Beitz-Tochter Susanne Henle und der ehemalige ARD-Chef Fritz Pleitgen. Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungskuratoriums bleibt der Physiker Reimar Lüst.

Gather muss womöglich bald über Kapitalerhöhung entscheiden

Die Ernennung Gathers kommt überraschend, war doch in den Medien über andere Namen spekuliert worden. Darunter waren ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner, Pleitgen oder auch Ex-RWE -Chef Jürgen Großmann. Gather gehört dem Kuratorium erst seit Dezember 2011 an. Sie war nach Angaben der Stiftung bis zur Annahme des Hochschulamtes 2008 Inhaberin des Lehrstuhls für Mathematische Statistik und industrielle Anwendungen der TU Dortmund. Sie genieße national und international einen exzellenten Ruf als Wissenschaftlerin und Wissenschaftsmanagerin, betonte die Stiftung.

"Dies ist eine große Aufgabe", erklärte Gather. "Die Stiftung ist unabhängig und kann auf ein langes, erfolgreiches Wirken zurückblicken. Das gilt es fortzusetzen." Auf die Professorin kommen schwierige Entscheidungen zu. ThyssenKrupp ist in der schwersten Krise seit der Fusion von Thyssen und Krupp 1999. Der Konzern wird von Milliardenverlusten, Kartellverstößen und Korruptionsvorwürfen erschüttert.

Vorstandschef Heinrich Hiesinger hat eine Kapitalerhöhung ins Spiel gebracht. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich die Krupp-Stiftung ohne finanzielle Hilfe daran beteiligt. Darüber muss auch Gather mitentscheiden. Zieht sie bei der Kapitalerhöhung nicht mit, könnte die Stiftung ihre Sperrminorität verlieren.

"Mit Frau Professor Gather hat das Kuratorium der Stiftung eine kluge, erfahrene und streitbare Wissenschaftlerin und Wissenschaftsmanagerin zur Vorsitzenden gewählt", erklärte Hiesinger. "Die Entscheidung des Kuratoriums für eine starke Frau ist eine sehr gute Wahl."

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