Unicredit fürchtet sich vor feindlicher Übernahme

Unicredit fürchtet sich vor feindlicher Übernahme

Der Finanzinvestor ist zum zweitgrößten Aktionär bei UniCredit aufgerückt. Die Beteiligung habe auf Basis derzeitiger Marktpreise einen Wert von rund 750 Mio. Euro, teilte Pamplona mit.

Die italienischen Bankenstiftungen, die mit einem etwa 12-prozentigem Anteil die Mehrheit an Italiens größter Bank halten, könnten bald nicht mehr in der Lage sein, UniCredit zu verteidigen, sollte diese feindlich angegriffen werden, analysierte die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch.

Das Blatt äußerte Bedenken über den Pamplona-Fonds. Die Beteiligungsgesellschaft, die von der britischen "Financial Service Authority" geregelt ist, habe in den vergangenen Jahren nichts unternommen, um die Pleite einiger britischer Banken abzuwenden. Der vom russisch-amerikanischen Finanzier Alexander Knaster gegründete Pamplona-Fond investiere Geld für Private Equity- und Hedge Fonds und gelte bestimmt nicht als stabiler Aktionär.

Aktie am Boden

Ein weiterer belastender Faktor sei die Lage UniCredits, die heute mit 14,5 Milliarden Euro bewertet ist. Das seien lediglich eine Milliarde Euro mehr als die drei Kapitalerhöhungen, die seit 2008 unternommen wurden. Die UniCredit-Aktien seien in den letzten Jahren stark gesunken. "Diese Situation ebnet feindlichen Übernahmen zu günstigen Preisen den Weg", analysierte "Corriere della Sera".

Größter Eigner von UniCredit ist der Investmentfonds Aabar aus Abu Dhabi. Die Araber hatten infolge der Kapitalerhöhung ihren Anteil an der Bank-Austria-Mutter von 4,9 auf 6,5 Prozent aufgestockt.

Monte dei Paschi braucht weiter Hilfen

Die angeschlagene Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) will den italienischen Staat bis Ende des Jahres um eine weitere Finanzhilfe in Höhe von rund 1,5 Mrd. Euro bitten. Damit wolle sie ihre Eigenkapitalquote stärken und die Auflagen der europäischen Bankenaufsicht erfüllen, teilte die Bank am Mittwoch bei der Vorstellung ihrer Planung für die Jahre 2012 bis 2015 mit. Zugleich wolle sie bis 2015 etwa 4.600 Mitarbeiter entlassen und rund 400 Filialen schließen, um die Rentabilität zu erhöhen.

Erst am Dienstag hatte Italien angekündigt, die Bank mit einer Finanzhilfe von zwei Mrd. Euro zu stützen. Zudem ersetzte der Staat einen der Bank im Jahr 2009 gewährten Kredit von 1,9 Mrd. Euro durch einen neuen Kredit. Damit belaufen sich die Hilfen für die BMPS, die das älteste Geldinstitut der Welt ist, bereits auf insgesamt 3,9 Mrd. Euro.

Die im Jahr 1492 gegründete toskanische Bank benötigt früheren Berichten zufolge bis Ende Juni fast 3,3 Mrd. Euro, um die von der europäischen Bankenaufsicht EBA festgeschriebene Eigenkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Das vergangene Jahr hatte die Bank infolge der Auswirkungen der Schuldenkrise mit einem Verlust von knapp 4,7 Mrd. Euro abgeschlossen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge