Unicredit: Ohne HVB sieht es düster aus

Unicredit: Ohne HVB sieht es düster aus

Die HVB, in dem das Investmentbanking der Mailänder Großbank UniCredit gebündelt ist, kam von April bis Juni auf einen Nettogewinn von 415 Millionen Euro, wie es am Mittwoch mitteilte. Der Konzern insgesamt erreichte nur 361 Millionen Euro.

Anders als die meisten Banken in Europa verdiente die HVB im zweiten Quartal fast ebenso viel wie in den ersten drei Monaten des Jahres. Für den Rest des Jahres ist Vorstandschef Theodor Weimer vorsichtig: Ziel sei es, das um Sondereffekte bereinigte Vorjahresergebnis vor Steuern wieder zu erreichen, bekräftigte er. Das waren gut 1,6 Milliarden Euro.

Dabei hat die HVB nach der ersten Jahreshälfte bereits 1,22 (Vorjahr: 1,56) Milliarden Euro vor Steuern verdient. Ohne den fast 400 Millionen Euro schweren Sondereffekt im Vorjahr hätte der Gewinn sogar über Vorjahr gelegen, rechnete Weimer vor. Ein Einbruch beim Zinsüberschuss um fast ein Fünftel wurde durch deutlich sinkende Rückstellungen für faule Kredite und höhere Provisionserträge wettgemacht. "Natürlich belasten die niedrigen Zinsen, ihre negativen Ertragseffekte konnten wir jedoch im Ergebnis kompensieren", erklärte der Vorstandschef. Die vereinnahmten Provisionen stiegen um neun Prozent auf 650 Millionen Euro.

In die Risikovorsorge stellte die HVB trotz lahmender Konjunktur im ersten Halbjahr nur noch 86 Millionen Euro ein - ein Jahr zuvor waren es noch 265 Millionen Euro. Die unter der Rezession in Italien und riesigen Beständen an italienischen Staatsanleihen leidende UniCredit stockte die Risikovorsorge dagegen allein im zweiten Quartal um gut ein Drittel auf 1,7 Milliarden Euro auf, wie sie am Dienstag mitgeteilt hatte.

Auch beim Kapital sieht sich die HypoVereinsbank fit für die Zukunft. Die harte Kernkapitalquote nach dem bisherigen Standard Basel II liegt zum Ende Juni mit 19,1 (Ende 2012: 17,4) Prozent weit über den Anforderungen der Regulierer. Dabei hat die HVB eine Dividende von 2,46 Milliarden Euro an den Mailänder Mutterkonzern ausgeschüttet - mehr als sie 2012 verdient hatte. Auch bei der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) liegt die HVB weit unter den Grenzwerten.

Bank-Austria-Gewinn sinkt, Kreditvorsorgen steigen

Für das erste Halbjahr 2013 weist die ebenfalls der italienischen UniCredit gehörende Bank Austria einen Nettogewinn von 566 Mio. Euro aus. Das bedeutete einen Rückgang um 76 Mio. Euro oder 11,8 Prozent zum Vorjahr. Erstmals seit längerem sind heuer die Kreditrisikovorsorgen wieder gestiegen, das aber gleich kräftig: In Summe mussten für Risikokredite 688 Mio. Euro zurückgelegt werden, 41,5 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 2012.

In Österreich stiegen die Kreditvorsorgen um 31 Prozent auf 114 Mio. Euro, was nach Bank-Austria-Lesart eine "Normalisierung" auf weiter tiefem Niveau bedeutet. Weil im Osten vor allem in der Ukraine schärfer vorgesorgt wurde und in der Region Zentral/Osteuropa (CEE) die erhoffte Wirtschaftserholung nach wie vor auf sich warten lässt, legte im CEE-Geschäft der Kreditrisikoaufwand bis Juni um 43,7 Prozent auf 574 Mio. Euro zu. Profitabilität und Effizienz seien das Gebot der Stunde, schreibt Vize-Chef Gianni Franco Papa im Zwischenbericht.

Um jeweils 5 Prozent höher waren bis Juni Betriebserträge und Betriebsaufwand. Der Nettozinsertrag legte leicht zu. Vor Abzug der Risikokosten konnte ein Zuwachs beim Betriebsgewinn um 5,5 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro gemeldet werden.

Vom Betriebsergebnis nach Risiko von 862 Mio. Euro (minus 12,3 Prozent) stammten 816 Mio. Euro (plus 5,6 Prozent) aus der CEE-Division. In der Sparte Privat- und Firmenkunden war das Betriebsergebnis nach Risiko mit 81 Mio. Euro nur halb so hoch wie vor einem Jahr. In Österreich spürt die Bank hier die verhaltene Kreditnachfrage.

Ein Vergleich der Zwischenberichte 2013 und 2012 ist nach Bankangaben etwas verzerrt. Voriges Jahr hatte im ersten Quartal der Rückkauf von Hybrid-Bonds 124 Mio. Euro Sondergewinn für die Bank Austria-Bilanz beschert. Dafür fiel im heurigen zweiten Quartal eine letzte Rückstellung von 65 Mio. Euro für das sogenannte DDR-Urteil an. Die Bank Austria hat nach fast zwei Jahrzehnten einen Prozess mit Deutschland um einstige DDR-Millionen verloren. Leichte Verzerrungen ergaben sich auch in nachträglichen Konsolidierungs-Bereinigungen der Zahlen 2012 (Stichwort: Verkauf der ATF-Bank).

Hauptsächlich die gebuchten anteiligen Kosten des verlorenen Prozesses und die Bankensteuern (102 Mio. Euro) färbten das Ergebnis der Bilanzsparte "Corporate Center" im Halbjahr mit insgesamt 226 Mio. Euro tiefrot.

Für das zweite Quartal 2013 meldete die Bank Austria heute einen Nettogewinn von 281 Mio. Euro. Das war etwas weniger als im ersten Quartal 2013 (285 Mio. Euro), aber mehr als im zweiten Quartal 2012 (243 Mio. Euro).

Mit 201,8 Mrd. Euro war die Bilanzsumme der Bank Austria-Gruppe Ende Juni um 5,8 Mrd. niedriger als zum Ultimo 2012. Das lag hauptsächlich am Verkauf der Tochter in Kasachstan, die davor mit 3,5 Mrd. Euro enthalten war.

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