UniCredit hilft der Alitalia aus der Patsche, noch mehr Geld ist nötig

UniCredit hilft der Alitalia aus der Patsche, noch mehr Geld ist nötig

Die Bank Austria-Mutter UniCredit rückt zum drittstärksten Aktionär der Alitalia auf und hält jetzt einen 12,99-prozentigen Anteil an der Airline. CEO Gabriele Del Torchio braucht für die Airline aber dringend noch mehr Geld oder einen strategischen Partner. Etihad will sich nicht drängen lassen.

26 Aktionäre beteiligen sich an der krisengeschüttelten Fluggesellschaft nach der im Dezember abgeschlossenen Kapitalaufstockung in Höhe von 300 Mio. Euro. Stärkster Aktionär ist die Bank Intesa Sanpaolo mit einem 20,59-prozentigen Anteil, gefolgt von der italienischen Post, die ein Aktienpaket von 19,48 Prozent hält. Weitere Aktionäre sind der Motorroller-Hersteller IMMSI (10 Prozent) sowie die Autobahngesellschaft Atlantia (7 Prozent). Zu den Aktionären zählt mit einer zweiprozentigen Beteiligung auch der Mailänder Reifenhersteller Pirelli.

Die Beteiligung von Fluggesellschaft Air France-KLM, die bisher stärkste Aktionärin bei Alitalia war, schrumpfte von 25 auf sieben Prozent. Der im Amt bestätigte Geschäftsführer der Alitalia, Gabriele Del Torchio, betonte, dass sich nichts an der bisherigen Kooperation mit Air France ändern werde. Der Beschluss der Franzosen, sich nicht an der Kapitalerhöhung zu beteiligen, sei eine Folge der Sparpolitik der französischen Airline. Im neuen Alitalia-Board sitzt der Air France-Manager Pierre Francois Riolacci. Dies bezeuge, dass Alitalia und Air France weiterhin zusammenarbeiten wollen, erklärte Del Torchio. Der Geschäftsführer bestätigte auch Gespräche mit der arabischen Etihad. „Die Gespräche sind noch in der Anfangsphase, doch ich bin optimistisch“, erklärte Del Torchio. Er appellierte an die Gläubigerbanken Alitalias, die Airline weiterhin mit liquiden Mitteln zu unterstützen. Nur so könne man den Sanierungsplan für die Fluggesellschaft fordern.

Alitalia braucht weitere Millionen

Das Unternehmen werde die Banken um eine zusätzliche Finanzierung bitten, kündigte Konzernchef Gabriele del Torchio am Montag an. Zudem sei eine weitere Kapitalerhöhung unumgänglich, wenn die aktuellen Geschäftsziele nicht erreicht würden. Damit verdichten sich die Hinweise, dass den Italienern das Geld ausgehen könnte. Unlängst hatte schon die Zeitung "Il Messaggero" berichtet, Alitalia habe die Institute um eine 50 Millionen Euro schwere Krediterweiterung gebeten. Im Dezember hatte die Gesellschaft in letzter Minute 300 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt, womit sie Analysten zufolge die nächsten sechs Monate weiterfliegen kann.

Die Italiener hatten sich Hoffnung auf Rettung aus Abu Dhabi gemacht. Doch die Gespräche mit dem Air-Berlin -Großaktionär Etihad Airways über einen Einstieg stehen dem Alitalia-Chef zufolge noch ganz am Anfang. Er sei aber optimistisch, dass die Verhandlungen ein gutes Ende nehmen werden, fügte Del Torchio bei einem Aktionärstreffen hinzu. Etihad-Chef James Hogan sagte dagegen am selben Tag in Berlin, sein Unternehmen werde sich nicht zu einer übereilten Entscheidung drängen lassen. Zunächst müsse klar sein, wie Alitalia wieder in die schwarzen Zahlen kommen könne. Etihad kauft sich seit einigen Jahren in Europa und anderen Kontinenten bei kapitalbedürftigen Airlines ein, die dann Passagiere an das Drehkreuz in Abu Dhabi transportieren.

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