UBS: Facebook und Schuldenkrise verhageln die Bilanz

UBS: Facebook und Schuldenkrise verhageln die Bilanz

Die Schuldenkrise und der enttäuschende Börsengang von Facebook haben der Schweizer Großbank UBS das zweite Quartal verhagelt.

Der Reingewinn sank auf 425 Millionen Franken (350 Millionen Euro) von 827 Millionen im Auftaktquartal und einer Milliarde im Jahr davor, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Die weiteren Aussichten schätzt das größte Schweizer Geldinstitut vorsichtig ein. Wenn es in der europäischen Schuldenkrise, im US-Staatshaushalt und im europäischen Bankensektor keine nachhaltige Besserung gebe, "sind weitere Ergebnisverbesserungen unter der herrschenden Marktlage unwahrscheinlich", erklärte die Bank. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Gewinn von 1,14 Milliarden Franken gerechnet.

Der von der US-Börse Nasdaq schlecht gemanagte Börsengang des Internet-Kontaktnetzes Facebook kostete UBS 349 Millionen Franken. Dazu kamen Umsatzrückgänge im Handel mit Aktien und Zinspapieren infolge der Schuldenkrise, die sich im Investmentbanking zu einem Verlust von 130 Millionen Franken summierten.

Indikationen zufolge dürfte die UBS-Aktie an der Börse etwa drei Prozent verlieren.

Punkten konnte die größte Schweizer Bank bei reichen Kunden. Das Netto-Neugeld im Wealth Management stieg auf 9,5 Milliarden Franken von 6,7 Milliarden Franken im Quartal davor. Ohne Sonderfaktoren sank der Gewinn der Sparte sank leicht auf 502 Millionen Franken. Der Bereich verwaltet 783 Milliarden Franken. Im Wealth Management USA schaffte UBS mit 211 Millionen Dollar einen Rekordgewinn.

Kostensenkungen haben weiterhin einen hohen Stellenwert. UBS sieht sich auf Kurs, die bis Ende 2013 angepeilte Kostensenkung um zwei Milliarden Franken im Jahr zu realisieren. "Wir suchen weiterhin nach Möglichkeiten für mehr Effizienz", erklärte Konzernchef Sergio Ermotti. Im zweiten Quartal baute UBS 723 Stellen auf rund 63.500 ab. Ein weiteres "fine tuning" werde folgen, sagte Finanzchef Tom Naratil. Daneben wurde der Gewinnrückgang im Konzern durch einen Gewinn aus der Neubewertung eigener Verbindlichkeiten von 239 Millionen Franken abgemildert.

Nichts neues zum Libor

Zum Libor-Skandal berichtete die Bank nichts, was über die Angaben im letzten Quartal hinausging. Die Bank erhielt bereits früher für ihre Kooperationsbereitschaft von Behörden in mehreren Ländern "bedingte Milde" zugesagt. Laut Unterlagen, die Reuters einsehen konnte, gehört UBS zusammen mit Barclays und Royal Bank of Scotland zu einer Gruppe von drei europäischen Großbanken, deren Händler bei den Libor-Manipulationen eine wichtige Rolle gespielt haben sollen. "Wir haben ausreichend Rückstellungen für alle erkennbaren Problembereiche einschließlich der Libor-Frage vorgenommen", sagte der Finanzchef. Auch für eine Dividende habe die Bank wieder Geld zur Seite gelegt.

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