Turbulenter Verlauf bei Air-Berlin-Aktien: Doch keine Totalübernahme durch Etihad

Turbulenter Verlauf bei Air-Berlin-Aktien: Doch keine Totalübernahme durch Etihad

Die Aktie der angeschlagenen deutschen Fluggesellschaft Air Berlin legte am Montag im Frühhandel stark zu, bevor sie zu Mittag wieder deutlich verlor. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz wurden Gerüchte über einen möglichen Zukauf weiterer Anteile durch den 30 Prozent-Eigentümer Etihad zurückgewiesen.

Air Berlin-Aktien gewannen am Montag im Frühhandel um bis zu 16 Prozent auf 2,35 Euro, bevor sie zu Mittag wieder deutlich verloren. Viele Händler spekulierten offenbar mit einer einschneidenden Umstrukturierung der Eigentumsverhältnisse bei der FlyNiki-Mutter. Sogar eine Totalübernahme der Air Berlin, die sich zuletzt auf wirtschaftlichem Sinkflug befand, wurde nicht ausgeschlossen. Auch für Niki hätte dies einschneidende Veränderungen in der strategischen Ausrichtung nach bedeuten können.

Auf der am Vormittag stattfindenden Pressekonferenz verkündeten die beiden Konzerne dann zwar Details zu ihrer strategischen Partnerschaft. Änderungen bei den Eigentumsverhältnissen bleiben jedoch aus. Etihad-Vorstandschef James Hogan bekräftigte, als langfristiger Partner an der Seite von Air Berlin zu stehen. Es sei aber nicht geplant, den 29-Prozent-Anteil an Air Berlin zu erhöhen. Etihad aus dem Emirat Abu Dhabi ist seit Anfang 2012 mit einem Anteil von knapp 30 Prozent größter Einzelaktionär bei Air Berlin und hat den Partner in schwieriger Lage mit dreistelligen Millionensummen unterstützt. Nach früheren Angaben erwartete das deutsche Unternehmen trotz eines Sparprogramms für 2013 einen Verlust - wie schon in den Jahren 2008 bis 2011.

Der österreichische Air Berlin -Chef Wolfgang Prock-Schauer will die angeschlagene Fluglinie bis Ende des Jahres auf Vordermann bringen. Es sei nicht geplant, dass derzeitige Sanierungsprogramm namens Turbine zu verlängern, sagte Prock-Schauer am Montag in Berlin. "Wir benötigen kein Turbine 2." Er sei mit den Erfolgen zufrieden. Mit dem Konzernumbau will die zweitgrößte deutsche Airline 2013 und 2014 jeweils 200 Millionen Euro einsparen.

Prock-Schauer unter Zugzwang

Allzu fest im Sattel dürfte Prock-Schauer jedenfalls nicht mehr sitzen (mehr hier ). Erste Fortschritte bei der Sanierung des Konzerns werden durch sinkende Ticketpreise und steigende Flughafen- und Flugsicherheitsgebühren wieder aufgezehrt. Air Berlin hat sich nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten eine Rosskur verordnet. Zahlreiche unrentable Strecken wurden gestrichen, Flugzeuge verkauft, das Vielfliegerprogramm an Etihad veräußert. Dem rigiden Sparkurs soll jede Zehnte der einst 9000 Stellen zum Opfer fallen. Bislang wurden 562 Stellen abgebaut.

Doch das Sparprogramm wirke, sagte Prock-Schauer zuletzt. Die 2013 anvisierten 200 Millionen Euro an Kostensenkungen würden erreicht. 2014 werde Air Berlin ein positives Ebit erzielen. Die Nettoverschuldung des Unternehmens bleibt mit 650 Millionen Euro zum Jahresende jedoch weiter hoch. Hinzu komme ein Darlehen in dreistelliger Millionen-Höhe, das Air Berlin vom Großaktionär Etihad ziehen könnte.

Etihad will weiter zukaufen

Ihre weltweite Einkaufstour will die finanzstarke Etihad indes weiter fortsetzen. Zuletzt ging man eine strategische Partnerschaft mit Air France-KLM ein, wodurch sich etwa die Anzahl der Ziele von Air Berlin in Frankreich von drei auf neun erhöhte.

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