TUI prüft Übernahme des Zentraleuropa-Geschäfts von TUI Travel

TUI erwägt Kreisen zufolge den Kauf des Zentraleuropageschäfts seiner britischen Veranstalter-Tochter TUI Travel.

TUI prüft Übernahme des Zentraleuropa-Geschäfts von TUI Travel

Damit solle die Neuordnung des Touristikgeschäfts innerhalb des Konzerns vorangetrieben werden, ohne den Restaktionären von TUI Travel ein Angebot unterbreiten zu müssen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Diese Option werde vom TUI-Aufsichtsrat bevorzugt, da es dem Konzern billiger komme als eine Komplettübernahme der in Großbritannien ansässigen Veranstaltertochter. Zudem könnten auf diese Weise eventuell Stellenstreichungen vermieden werden.

Ein TUI-Sprecher verwies darauf, dass der Konzern schon seit längerem verschiedene Optionen zur Neuordnung seines Touristikgeschäfts prüfe. "Es gibt dazu aber noch keine Entscheidung." Der im Februar aus dem Amt scheidende TUI-Chef Michael Frenzel will den Konzern zu einem reinen Reiseunternehmen umbauen. Zuletzt war deshalb immer wieder über eine Komplettübernahme von TUI Travel spekuliert worden. TUI hält derzeit 56 Prozent an dem britischen Unternehmen. Andere Alternativen wären zum Beispiel auch eine Übernahme der TUI AG durch TUI Travel oder alles so zu lassen, wie es derzeit ist.

Das Zentraleuropa-Geschäft von TUI Travel besteht aus der TUI Deutschland GmbH und dem Veranstaltergeschäft in Polen, Österreich und der Schweiz. Dieses könnte bei einer Übernahme durch die TUI AG mit dem Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft zusammengeführt werden. Die möglicherweise zur Disposition stehende Sparte steuerte zuletzt mit 4,8 Mrd. Euro zwei Drittel zum Jahresumsatz der britischen Tochter bei. Am Markt wurden die Spekulationen positiv aufgenommen. Die Kurse beider Aktien legten am Montag zu.

An der Börse ist die Tochter TUI Travel mit derzeit rund 2,9 Mrd. Euro etwas mehr als doppelt so viel wert wie die Mutter. Die TUI-Travel-Aktien an der Londoner Börse legten am Montagnachmittag nach den Meldungen über ein mögliches Teilgebot von TUI für die britische Tochter um knapp 3,3 Prozent zu.