TUI-Großaktionär kauft Aktienpaket um 83 Millionen Euro

TUI-Großaktionär kauft Aktienpaket um 83 Millionen Euro

Strategisches Ziel ist, TUI zu einer integrierten Tourismus-Gruppe umzubauen, der Reisekonzern könnte wieder mit der britischen Tochter TUI Travel fusionieren.

Frankfurt. John Fredriksen, der Schifffahrtsmagnat aus Norwegen, hat große Pläne mit der TUI-Gruppe. Der Unternehmer hat wie jetzt bekannt wurde 83 Millionen Euro in die TUI AG investiert und damit seine Beteiligung auf mehr als 20 Prozent erhöht.

Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim erklärte, mit der Aufstockung könne der Großaktionär die künftige TUI-Strategie stärker beeinflussen. "Unser Ziel ist es, eine integrierte Tourismus-Gruppe zu schaffen. Eine Fusion von TUI und TUI Travel ist eine Option." Ob Fredriksen dazu noch weitere TUI-Aktien kaufen könnte, ließ Troim offen.

Parallel zu der Aufstockung bei TUI warf Fredriksen seine komplette Beteiligung von 5,4 Prozent an TUI Travel auf den Markt. Dort war er bisher ebenfalls der zweitgrößte Aktionär. Aus der Platzierung am Donnerstagabend erlöste der Skandinavier 220 Millionen Pfund (264 Millionen Euro) - unter dem Strich bleibt ihm ein Gewinn von rund 180 Millionen Euro. TUI-Aktien seien relativ gesehen deutlich billiger als die Papiere von TUI Travel, begründete Fredriksen die Umschichtung. Am Freitag brachen die Aktien von TUI Travel um fünf Prozent ein.

Langzeit-Thema Fusion

Anfang des Jahres war TUI auf die Tochter zugegangen, um eine Fusion mit TUI Travel auszuloten. Letztlich winkte der Mutterkonzern aber doch ab. Den Großaktionären dürfte ein "Reverse Takeover" besser gefallen, bei dem TUI Travel den Mutterkonzern aus Hannover schlucken würde. Die TUI AG hält 54,5 Prozent an TUI Travel.

Bei TUI hatte der Norweger zuletzt eine Beteiligung von 15 Prozent gemeldet, hat aber zwischenzeitlich offenbar am Markt weiter zugekauft. Mit dem jüngsten Schritt pirscht er sich an den größten TUI-Aktionär heran: Der russische Milliardär Alexej Mordaschow hält 25 Prozent an TUI.

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