Trotz Hochwasser verdient Hannover Rück deutlich mehr

Trotz Hochwasser verdient Hannover Rück deutlich mehr

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer bekräftigte am Mittwoch, im Gesamtjahr weiter einen Nettogewinn von rund 800 Millionen Euro anzupeilen. Die Hannover Rück äußerte sich damit ähnlich positiv wie am Vortag bereits Branchenführer Münchener Rück.

"Wir starten mit einem guten Ergebnis in die zweite Jahreshälfte und sind voll im Plan", sagte Finanzchef Roland Vogel. Im zweiten Quartal gab es zwar deutlich mehr Großschäden als noch zu Jahresbeginn. Der Konzern konnte an seinen Verträgen in der Sparte aber immer noch gut verdienen und damit Schwächen in der Personen-Rückversicherung ausbügeln. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 29 Prozent auf 186 Millionen Euro.

Das war mehr, als am Markt erwartet worden war. Die Hannover-Rück-Aktie legte bis zum Mittag knapp drei Prozent zu und war damit einer der größten Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Als positive Überraschung verwiesen Analysten vor allem auf die niedrige Schaden-/Kostenquote, die per Ende Juni bei 94,4 (Vorjahr: 96,8) Prozent lag. Bei Werten von unter 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und die Verwaltung noch durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Allein das Hochwasser, das im Juni den Süden und Osten Deutschlands sowie die angrenzenden Staaten im Griff hatte, kostet die Hannover Rück netto 137 Millionen Euro, wie das Unternehmen nun mitteilte. Finanzchef Vogel sprach von einem "stattlichen" Wert, der Schaden lag aber im Rahmen der ersten Schätzungen. Die deutlich größere Münchener Rück hat ihre Hochwasser-Belastungen auf 230 Millionen Euro beziffert. Hinzu kamen bei der Hannover Rück Ende Juni/Anfang Juli weitere Großschäden: Hagel-Unwetter in Deutschland, eine Flut in Kanada und das Flugzeugunglück in San Francisco. Bis zum Ende des ersten Halbjahrs belief sich die Großschadenbelastung auf insgesamt rund 260 Millionen Euro und überstieg damit das Budget leicht. Im Gesamtjahr werde der Konzern aber mit den veranschlagten 625 Millionen hinkommen, sagte Vogel.

Dass es nach vorne heraus mit der Preismacht schwierig wird, zeigt sich in den Verhandlungen mit den Kunden, die in der Rückversicherungsbranche jährlich geführt werden. So musste die Hannover Rück in der jüngsten Vertragserneuerungsrunde in der Schaden-Rückversicherung Preisrückgänge um ein bis zwei Prozent verschmerzen, wie der Finanzchef einräumte. Verhandelt wurde für die Regionen Nordamerika, Australien und Neuseeland. Gerade in den USA ist der Wettbewerb intensiv, weil neue Anbieter in den Markt drängen oder die Erstversicherer mehr Risiken selbst tragen. Die Münchener Rück hatte am Vortag von Preisrückgängen um 0,9 Prozent in der jüngsten Runde berichtet.

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