Trauerspiel continued – Commerzbank stapelt für 2013 tief

Trauerspiel continued – Commerzbank stapelt für 2013 tief

In allen Sparten rechnet die Commerzbank mit einem Gewinnrückgang, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. "Auch das laufende Jahr wird mit Blick auf das erreichbare Ergebnis kein einfaches Jahr", bereitete Vorstandschef Martin Blessing die Aktionäre auf schlechte Zahlen vor.

Selbst das Aushängeschild Mittelstandsbank werde Abstriche machen müssen. Im Privatkundengeschäft, wo die Bank schon in den vergangenen Jahr kein Geld verdient hatte, sei vor dem Umbau allenfalls eine schwarze Null drin. Und die Lage im Staats-, Schiffs- und Immobilien-Finanzierungsgeschäft, das abgebaut werden soll, habe sich noch einmal verschlechtert.

"In einem nach wie vor herausfordernden Konjunktur- und Kapitalmarktumfeld werden für 2013 im Vergleich zum Vorjahr der anhaltende Ertragsdruck, die steigende Risikovorsorge sowie der investitionsbedingte Kostenanstieg auf das operative Ergebnis wirksam", schreibt die Commerzbank. Dazu kommen gleich im ersten Quartal 500 Millionen Euro, die sie für den Abbau von 4000 bis 6000 Stellen zurückgestellt hat. Das werde das Ergebnis vor Steuern in diesem Jahr belasten. 2012 hatte die Commerzbank noch 1,2 Milliarden Euro verdient, netto blieben sechs Millionen Euro übrig.

Commerbank-Vorstände beim Gehalt fast gleichauf

Wegen der schlechten Zahlen hatte Vorstandschef Blessing auf seinen Bonus für das vergangene Jahr verzichtet, rund 700.000 Euro. Dennoch verdiente er zum ersten Mal seit der Übernahme der Dresdner Bank Ende 2008 wieder mehr als eine Million Euro. Mit 1,31 Millionen Euro Grundgehalt war er aber auch 2012 der bisher am schlechtesten bezahlte Vorstandschef der 30 Dax-Unternehmen. Seine Vorstandskollegen, die für das ganze Jahr jeweils 200.000 Euro Bonus in bar und 250.000 Euro in Aktien erhalten, kommen auf jeweils mehr als 1,2 Millionen Euro, soweit sie das gesamte Jahr an Bord waren. Der von der Mercedes-Bank gekommene Finanzvorstand Stephan Engels bekam zusätzlich 1,27 Millionen Euro, weil er mit dem Wechsel auf Langfrist-Boni des Autobauers Daimler in dieser Höhe verzichten musste.

Die größte Baustelle der Commerzbank bleibt die Abbaubank NCA, in der sie 151 Milliarden Euro an Krediten und Wertpapieren aus der Staats-, Schiffs- und Immobilienfinanzierung möglichst kapitalschonend loswerden will. Bis 2016 soll das Volumen auf 93 Milliarden Euro schrumpfen. In diesem Jahr werde die NCA aber immer noch mehr Kapital durch Verluste aufzehren als der Abbau freisetze. 24 Prozent des Volumens an Schiffskrediten - doppelt so viel wie ein Jahr zuvor - gelten als "leistungsgestört", weil Zins oder Tilgung nicht mehr gezahlt wurden, bei den Immobilien-Krediten sind es 14 (2011: 11) Prozent.

In der Mittelstandsbank rechnet die Commerzbank 2013 mit einem Gewinn leicht unter den 1,65 Milliarden Euro aus dem vergangenen Jahr. Die mittelständischen Unternehmen brauchten wohl weniger Kredite, und die Risikovorsorge dürfte steigen. Blessing macht den Anlegern Hoffnung für 2014: "Im Falle einer freundlicheren Konjunkturlage dürfte im Folgejahr 2014 eine zunehmende Kreditnachfrage die Ertragsaussichten im Segment wieder begünstigen." Auch in Osteuropa sei eine Unterbrechung des Wachstumstrends realistisch, weil auch Polen unter der Konjunkturflaute leide. Die Sparte werde den Vorjahresgewinn von 240 Millionen Euro ebenfalls verfehlen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge