"Tiger 21" – Wie US-Millionäre ihr Geld anlegen

Die meisten Mitglieder von "Tiger 21" haben sich ihren Reichtum selbst erarbeitet, und diesen nicht etwa vererbt bekommen.

"Tiger 21" – Wie US-Millionäre ihr Geld anlegen

Der SPDR S&P 500 ETF Trust hat es in diesem Jahr in der Umfrage des Investment-Vereins “Tiger 21” auf den zweiten Platz bei Aktien-Investments geschafft. Das Papier bildet den Standard & Poor’s 500 Index ab und wird von State Street Corp. in Boston angeboten. Der erste Platz ging an Apple, und den dritten Rang sicherte sich Berkshire Hathaway. Im vergangenen Jahr war dem SPDR S&P 500 ETF Trust nicht einmal der Sprung in die Top 10 gelungen.

“Die individuelle Aktien-Auswahl nimmt ein wenig ab”, sagte Michael Sonnenfeldt, Gründer und Chairman von “Tiger 21” in einem Interview mit Bloomberg News. “Wenn man in Aktien investiert sein will, dann ist es dramatisch billiger und grundsätzlich auch effektiver, es über ein ETF-Produkt zu machen.”

Hinter “Tiger 21” stehen unter anderem Investoren und Manager, die jeweils mindestens 10 Mio. Dollar an investierbarem Vermögen haben und zusammen rund 19 Mrd. Dollar verwalten. Die Gruppe hat 202 Mitglieder.

In diesem Kreis sind derzeit Index-Fonds und ETFs populärer als etwa Aktien-Hedgefonds oder Investment-Fonds. Rund 23 Prozent der Befragten erklärten sie zu ihrer bevorzugten Investment-Methode am Aktienmarkt. Vergangenes Jahr lag der Prozentsatz erst bei 19 Prozent. Hedgefonds fielen von 27 auf 21 Prozent zurück. Nach wie vor die Nummer eins ist die individuelle Aktienauswahl, auch wenn es um sieben Prozentpunkte nach unten ging auf nun 43 Prozent. Investment-Fonds wurden von 13 Prozent bevorzugt.

Eigene Leistung der "Tiger 21"

Die meisten Mitglieder von “Tiger 21” haben sich ihren Reichtum selbst erarbeitet, und diesen nicht etwa vererbt bekommen, sagte Sonnenfeld weiter. Monatlich finden Treffen überall in Kanada und den USA statt, bei denen sich die Investoren zu Strategien austauschen. Pro Jahr fällt eine Mitgliedsgebühr von 30.000 Dollar an.

Ein typisches Mitglied hat der Umfrage zufolge etwa 23 Prozent des Vermögens am Immobilienmarkt investiert. Bei Aktien sind es 22 Prozent, Private-Equity kommt auf 15 Prozent. Fixed- Income, also beispielsweise Anleihen, und Barmittel liegen bei jeweils 13 Prozent, während Hedgefonds zehn Prozent und Rohstoffe ein Prozent erreichen.

Der Trend hin zu ETFs und Index-Fonds macht laut Sonnenfeldt deutlich, dass die Mitglieder des Vereins davon ausgehen, dass sich die Märkte nach der Finanzkrise wieder stabilisiert haben und normalere Bewegungen aufweisen.

In den USA beheimatete ETFs haben es im bisherigen Jahresverlauf bis zum 30. September auf einen durchschnittlichen Ertrag von 7,4 Prozent gebracht. Das belegen Daten von Morningstar Inc. Aus diesen geht auch hervor, dass die typische Jahresgebühr bei diesen Produkten bei durchschnittlich 0,6 Prozent liegt - verglichen mit 1,2 Prozent für einen typischen Investment-Fonds.

Die Anlagen im SPDR S&P 500 ETF summierten sich am 24. Oktober auf 108 Mrd. Dollar, wie Bloomberg-Daten zeigen. “Für die meisten Mitglieder von Tiger 21 ist der SPDR ETF ein leichter Zugang zu einem breiten Markt-Engagement”, sagte Greg Rogers, der der Gruppe seit 2005 angehört. Er ist Gründer und Managing Partner bei RayLign Advisory LLC. Er selbst hat 15 Prozent seines Geldes in ETFs gesteckt.

Ähnlich sieht das auch Greg Peterson, Investment-Direktor bei Ballentine Partners. “Wir mögen die Struktur von ETFs, mit den geringen Kosten und der Steuer-Effizienz”, sagte er. Seine Firma hat in der Vergangenheit unter anderem auf den Vanguard S&P 500 ETF und den Vanguard MSCI Emerging Markets ETF gesetzt und dafür aktiv verwaltete Investment-Fonds aus dem Portfolio genommen.

Peterson rät Investoren, sich jedoch die Struktur eines ETF-Produktes vor dem Kauf ganz genau anzusehen. Nicht jeder ETF bilde einen genau definierten, diversifizierten Index ab: “Da draußen gibt es eine Menge komischer Sachen. Daher muss man vorsichtig sein.”