ThyssenKrupp-Kapitalerhöhung: Gespräche halten an

ThyssenKrupp-Kapitalerhöhung: Gespräche halten an

Die Gespräche von ThyssenKrupp mit Investoren, darunter auch Hedgefonds, liefen auf Hochtouren, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Sie seien in einem fortgeschrittenen Stadium, ergänzte einer der Insider.

Das "manager magazin" berichtete vorab, mehrere Hedgefonds wollten bei einer Kapitalerhöhung mitmachen. ThyssenKrupp-Aktien weiteten ihr Tagesplus aus und gewannen am Nachmittag vier Prozent auf 16,26 Euro.

Ein ThyssenKrupp-Sprecher wollte sich nicht äußern und verwies auf frühere Äußerungen des Vorstands. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte am 13. August bei der Vorlage des Quartalsberichts gesagt: "Mit Sicherheit ist eine Kapitalerhöhung eine Option, die wir uns vorbehalten."

Gerüchte um eine unmittelbar bevorstehende Kapitalerhöhung bei ThyssenKrupp machen seit Monaten die Runde - der Konzern hat den Kapitalmarkt aber noch immer nicht angezapft. Lange war mit einem solchen Schritt erst nach einem Verkauf der defizitären Stahlwerke des Konzerns in Übersee gerechnet worden. Hiesinger hat diese aber bislang nicht losschlagen können. Die Verhandlungen zum Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und den USA waren immer wieder ins Stocken geraten. Die Fabriken haben ThyssenKrupp bereits Milliardenverluste eingebracht.

Der Konzern hatte eingeräumt, dass per Ende September wegen hoher Schulden eine Aufkündigung von Kreditlinien drohen. In Finanzkreisen wurde eine Kapitalerhöhung noch im September deshalb als Möglichkeit angesehen. Dem "manager magazin" zufolge befinden sich Fonds wie Greenlight Capital und York Capital sowie Hedgefonds-Legende John Paulson unter den potenziellen Geldgebern. Greenlight wollte sich dazu nicht äußern, von Paulson und York war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Eine Rolle bei dem Poker um eine Kapitalerhöhung könnte auch die RAG-Stiftung spielen. Insider hatten Reuters bereits gesagt, die Stiftung könnte der Krupp-Stiftung mit einem Darlehen beispringen, damit diese eine Beteiligung an einer Kapitalerhöhung stemmen könnte. Eine direkte Beteiligung der RAG-Stiftung erscheint dagegen als unwahrscheinlich. Die Krupp-Stiftung hält 25,3 Prozent der Anteile und gilt als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme. Beteiligt sich die Stiftung nicht an einer Kapitalerhöhung, dürfte ihr Einfluss sinken.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge

Börse

Renault mit 2015 Rekordsatz - Abgasskandal drückt Aktienkurs