ThyssenKrupp verschiebt Bilanzpräsentation wegen Verkauf des US-Werks

ThyssenKrupp verschiebt Bilanzpräsentation wegen Verkauf des US-Werks

Der deutsche Stahlkonzern Konzern verschiebt wegen des möglichen Verkauf des Werks in Calvert/Alamaba" seine für Donnerstag, 21. November geplante Bilanzpräsentation für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den 2. Dezember.

Essen. Neue Wendung im Dauerkrimi um den Verkauf der verlustreichen Stahlwerke von ThyssenKrupp in Übersee: Der deutsche Stahlkonzern verhandelt nun intensiv und exklusiv. Die Gespräche beinhalteten auch mögliche langfristige Lieferungen von Stahl aus dem Werk in Brasilien. Diese Formulierung legt nahe, dass ThyssenKrupp die Anlage in Brasilien behält. Der Konzern versucht seit eineinhalb Jahren, die verlustreichen Fabriken in Brasilien und den USA abzustoßen. Den Geschäftsbericht will der Mischkonzern nun am 02. Dezember statt am Donnerstag vorlegen.

Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte immer wieder Rückschläge bei den Verkaufsbemühungen hinnehmen müssen. Auch jetzt zeigte sich der Konzern noch nicht erfreut. "Ein erfolgreicher Abschluss der Transaktion ist zurzeit noch offen." Die Kosten für die Werke waren auf fast 13 Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Der Löwenanteil fiel dabei auf die von Pannen begleitete Anlage in Brasilien. Sie liefert Rohstahl an das Weiterverarbeitungswerk in den USA.

Vetorecht der brasilianischen Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale hält einen Minderheitsanteil an der Anlage im Bundesstaat Rio de Janeiro und hat quasi ein Vetorrecht in dem dortigen Verkaufsprozess. ThyssenKrupp hatte lange mit dem brasilianischen Stahlkonzern CSN über einen Verkauf verhandelt. Doch CSN habe immer wieder versucht, den Preis zu drücken. Für die Anlage in den USA hatte erst kürzlich erneut Weltmarktführer ArcelorMittal sein Interesse angemeldet. ThyssenKrupp hat nach diversen Abschreibungen beide Werke noch mit 3,3 Milliarden Euro in den Büchern.




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Den Konzern drücken Schulden von über fünf Milliarden Euro. Konzernchef Hiesinger treibt Insidern zufolge auch eine Kapitalerhöhung voran. Dabei könnte ThyssenKrupp zehn Prozent neue Aktien ausgeben, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Konzernsprecher bekräftigte auf Anfrage, dass eine Kapitalerhöhung nicht grundsätzlich ausgeschlossen sei. Eine Einschätzung könne aber erst dann vorgenommen werden, wenn unter anderem mehr Klarheit beim Verkaufsprozess für die amerikanischen Stahlwerke herrsche.

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