ThyssenKrupp bittet die Anleger um Geduld und Verständnis

ThyssenKrupp bittet die Anleger um Geduld und Verständnis

Nach dem milliardenschweren Verkauf des Stahlwerks in Mobile, Alabama gibt Konzernchef Hiesinger den Anlegern nur wenig Hoffnung. Die Krise wird noch lange dauern, Dividende gibt es keine

Essen. ThyssenKrupp -Chef Heinrich Hiesinger hat die Mitarbeiter und Anleger des angeschlagenen Konzerns um Geduld gebeten. "Wenn man ein Unternehmen umbaut, das sich über Jahre in eine tiefe Krise manövriert hat, dann dauert es auch Jahre, das Unternehmen wieder auf eine vernünftige Basis zu stellen", sagte der Manager am Samstag auf der Bilanzpressekonferenz in Essen. Hiesinger hat mit dem Verkauf des US-Stahlwerks an ArcelorMittal und Nippon Steel zwar einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht, das verlustreiche Stahlwerk in Brasilien hat er aber nicht abstoßen können.

Die Kosten für beide Anlagen waren auf fast 13 Milliarden Euro geklettert. "Die Verkaufsverhandlungen waren komplex und langwierig", erläuterte Hiesinger, der seit Mai 2012 nach einem Käufer suchte. "Eine Einigung zum Verkauf von Steel Americas insgesamt konnte auf einer für uns tragfähigen Basis nicht erreicht werden." Es sei aber trotzdem eine gute Lösung für beide Werke erzielt worden. Das Rohstahlwerk in Brasilien liefere in den kommenden Jahren rund zwei Millionen Tonnen Stahl jährlich an das US-Werk und sei damit zu 40 Prozent ausgelastet.

1,5 Milliarden Verlust

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende September) fuhr das Unternehmen mit rund 150.000 Mitarbeitern einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro ein. Im Jahr zuvor hatte noch ein Fehlbetrag von fünf Milliarden Euro in den Büchern gestanden. Die Anleger sollen wie im Jahr zuvor keine Dividende erhalten. Im laufenden Geschäftsjahr peile der Konzern eine deutliche Verbesserung in Richtung eines wieder ausgeglichenen Jahresergebnisses an, kündigte Hiesinger an. "Der wichtigste Beleg dafür, dass unsere strategische Weiterentwicklung greift, ist aber der Free-Cash-Flow. Er war im Geschäftsjahr 2012/13 erstmals nach sechs Jahren mit rund 600 Millionen Euro wieder positiv."




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ThyssenKrupp will mit dem Verkaufserlös von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro für das US-Werk und einer Kapitalerhöhung von zehn Prozent die Schulden von zuletzt rund fünf Milliarden Euro weiter senken. Zudem soll das Verhältnis von Nettofinanzschulden und Eigenkapital (Gearing) verbessert werden, das zuletzt auf rund 200 Prozent gestiegen war. Einer Präsentation zufolge soll es auf unter 100 Prozent gedrückt werden. Einen Zeitraum dafür nannte der Konzern zunächst nicht. "Befreiungsschläge gibt es nicht", sagte Hiesinger. "Wir erkennen, benennen und arbeiten Risiken schrittweise ab

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