Tesla verschenkt Patente für Elektro-Autos

Tesla verschenkt Patente für Elektro-Autos

"Patente helfen bloß Konzernen und Anwälten", sagt Elon Musk, CEO von Tesla Motors. Um seinen Feind, die Benziner, zu bekämpfen, stellt er nun das Wissen des Unternehmens auch der Konkurrenz zur Verfügung.

Wer noch gestern in das Hauptquartier von Tesla Motors in Palo Alto, Kalifornien, spazierte, der traf in der Eingangshalle auf eine ganze Wand voller Patente. Diese Wand ist nun leer. Den Hintergrund dieser Änderung erklärt Firmengründer und CEO Elon Musk im Firmenblog von Tesla: Um den Fortschritt der E-Auto-Technologie voranzutreiben, habe man sich entschieden, die Patente der Open Source-Bewegung zur Verfügung zu stellen: Wer "mit guter Absicht die Technologie verwendet", den wird Tesla nicht verklagen. Warum?

"Tesla wurde erschaffen, um nachhaltige Fortbewegungsmittel zu ermöglichen", schreibt Musk: "Wenn wir aber Landminen des Urheberrechts hinter uns zurücklassen, werden wir dieses Ziel niemals erreichen."

Anwälte profitieren, nicht die Erfinder

Als Musk sein erstes Unternehmen, Zip2, gründete, hielt er Patente noch für eine gute Sache. Doch dann stellte sich Enttäuschung ein: "Zu oft werden Patente heutzutage verwendet, um Fortschritte zu behindern, sowie Konzerne und Anwälte zu bereichern, während die eigentlichen Erfinder nichts davon haben", führt er weiter aus. Bei Tesla habe er Patente anfangs für nötig zu halten, um sich gegen Automobil-Konzerne zu wappnen, die bei der Produktion von E-Autos Skaleneffekte nutzen und somit Tesla überholen könnten - doch tatsächlich war die Entwicklung ganz eine andere: E-Autos sind in den Programmen etablierter Hersteller quasi nicht existent, sie machen nur ein Prozent des gesamten Absatzes aus. "Bestenfalls produzieren große Hersteller kleine Stückzahlen elektrischer Autos mit geringer Reichweite", schreibt Musk: "Manche Hersteller verzichten gar komplett auf abgasfreie Autos."

Der Feind ist das CO2

Rund 100 Millionen Autos werden jährlich produziert, weltweit sind rund zwei Milliarden Autos im Umlauf. Das bedeutet erstens, dass der Markt gewaltig ist - und zweitens, dass Tesla ihn gar nicht alleine abdecken kann. "Unser Feind sind daher nicht die E-Autos der Marktbegleiter", schreibt Tesla: Sondern die Massen an Benzinern, die täglich die Fabriken verlassen.

Diesen Feind möchte Musk mit der Schaffung einer gemeinsamen, schnell-wachsenden Plattform bekämpfen.

Die an der Nasdaq notierte Aktie verlor am Donnerstag um 0,46 Prozent auf 203,52 Euro. Dafür hat die Aktie bisher aber eine regelrechte Rally hingelegt: Seit Jahresbeginn ging es bei Tesla um gut 36 Prozent aufwärts; wer vor vier Jahren, im Juni 2010, Geld in die Elektro-Pioniere steckte, dessen Investment hat sich inzwischen nahezu verzehnfacht.

Tesla und BMW planen engere Zusammenarbeit

Manager beider Unternehmen hätten sich am Mittwoch getroffen, erklärte BMW am Freitag. Diskutiert worden sei, wie die Entwicklung der Elektromobilität auf internationaler Ebene vorangetrieben werden könne.

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