Techno-Aktien im Fokus: IPO der Telefonica-Tochter O2

Spanischer Telekom-Konzern wird deutsches Tochterunternehmen in Kürze an die Börse bringen. Der Grund: Es müssen Schulden abgebaut werden.

Techno-Aktien im Fokus: IPO der Telefonica-Tochter O2

Der spanische Fernmeldekonzern Telefonica SA will seine deutsche Tochter O2 noch in diesem Quartal an die Börse bringen, um seine Schulden abzubauen.

Telefonica hat den Umfang des erhofften Erlöses nicht bekanntgegeben und will gemäß einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung die Mehrheit an O2 behalten. Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, schätzen den Wert der Tochtergesellschaft auf 7,5 Milliarden Euro und rechnen damit, dass Telefonica mit dem Börsengang bis zu 1,5 Milliarden einnehmen könnte.

“Dies ist ein sehr bedeutender Meilenstein bei den Bemühungen des Konzerns um einen Schuldenabbau, nicht nur wegen der Gelder, die so hereinkommen, sondern auch, weil es der Schlüssel sein wird für weitere Veräußerungen wie etwa die Call- Center-Sparte Atento und einen Aktienverkauf in Lateinamerika”, kommentierte Nuno Matias, Analyst bei Espirito Santo in Lissabon.

Angesichts rückläufiger Gewinne und verschärften Wettbewerbs im Heimatmarkt verkauft Telefonica Auslandsbeteiligungen, um Schulden von über 58 Milliarden Euro abzubauen. Im Juli strich der Konzern die Dividende von 1,50 Euro je Aktie für 2012.

Die deutsche Tochter könnte bereits im Oktober auf dem Kurszettel erscheinen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Telefonica werde in dieser Woche damit beginnen, das Interesse von Investoren auszuloten, hieß es weiter. O2 hat für kommendes Jahr eine Dividendenausschüttung von 500 Mio. Euro angekündigt.

Das Unternehmen soll in Frankfurt gelistet werden, teilte Telefonica mit. Ein Börsengang mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro wäre der größte in Deutschland seitdem die Tognum AG 2007 1,8 Milliarden einspielte.

O2 konkurriert mit der Royal-KPN-NV-Tochter E-Plus in Deutschland um den dritten Rang unter den Mobilfunkanbietern.

Als Konsortialführer des Börsengangs sollen die UBS AG und JPMorgan Chase & Co. fungieren, daneben begleiten Bank of America Corp., BNP Paribas SA, Citigroup Inc. und HSBC Holdings Plc.