Talanx traut sich mehr zu

Talanx traut sich mehr zu

"Wir sind vorsichtig optimistisch, ein Konzernergebnis nach Steuern von rund 700 Millionen Euro erreichen zu können", sagte Talanx-Vorstandschef Herbert Haas am Mittwoch in Hannover.

Bisher hatte der Börsenneuling für 2013 nur 650 (2012: 630) Millionen in Aussicht gestellt, Analysten waren schon vorher optimistischer. In den ersten sechs Monaten legte der Gewinn um 15 Prozent auf 407 Millionen Euro zu. Allerdings müssten sich die Schäden im Rest des Jahres in Grenzen halten, um die Erwartungen erfüllen zu können. Mit dem Hagelunwetter in Teilen Niedersachsens und Württembergs habe das zweite Halbjahr "nicht so gut angefangen", sagte Haas.

In der Erstversicherung habe Deutschlands größter Industrieversicherer zwar nur 50 Millionen Euro Hagelschäden zu tragen. Die Rückversicherungs-Tochter Hannover Rück werde das Unwetter allerdings "nicht unerheblich" treffen. 400 Millionen Euro hat Talanx für die zweite Jahreshälfte noch für Großschäden im Budget, in den ersten sechs Monaten waren es 405 Millionen Euro - den Großteil machte die Hochwasserkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands Anfang Juni aus. Dort blieben die Schäden allerdings mit 232 Millionen Euro unter den zunächst veranschlagten 250 Millionen. Den Hochwasser-Schaden machte der Konzern zum Teil mit dem Verkauf eines Pakets von Swiss-Life -Aktien wett, der netto 96 Millionen Euro brachte.

Die Brutto-Prämieneinnahmen stiegen im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 15 Milliarden Euro. "Wachstumslokomotive" sei im ersten Halbjahr das Auslandsgeschäft gewesen, wo Talanx in Polen zugekauft hatte, sagte Finanzvorstand Immo Querner. Ohne Zukäufe wären die Prämien um sechs Prozent geklettert. Mit den Kapitalanlagen verdiente Talanx dank eines Einmaleffekts 1,9 Milliarden Euro, sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Kerngeschäft Industrieversicherung bekam die höheren Großschäden zu spüren und schrieb operativ rote Zahlen.

Talanx visiert Eigenkapitalrendite von zehn Prozent an

Mit der Gewinnprognose erhöhte Talanx auch die Erwartung für die Eigenkapitalrendite: Zehn Prozent sollen es trotz niedriger Zinsen in diesem Jahr werden, bisher hatte der Versicherer neun Prozent in Aussicht gestellt. Mit seinen Kapitalanlagen werde Talanx eine höhere Rendite erwirtschaften als die bisher in Aussicht gestellten 3,5 Prozent. Im Vergleich zu den 4,3 Prozent im Vorjahr ist das allerdings ein Rückgang. Die Aktionäre können auf eine steigende Dividende hoffen. Wenn Talanx das Gewinnziel erreicht und seine Ausschüttungsquote stabil hält, ergeben sich rechnerisch 1,16 Euro je Aktie - für 2012 waren es 1,05 Euro.

Diese Aussicht reichte allerdings nicht, um die Anleger zu beeindrucken. Die Talanx-Aktie rückte am Mittwoch um 0,3 Prozent auf 24,50 Euro vor. Seit dem Börsengang im Oktober ist sie damit um ein Drittel gestiegen. "Die Zahlen waren besser als erwartet. Dies sollte nach den guten Ergebnissen der Hannover Rück aber eingepreist sein", sagte Marktanalyst Heino Ruland. Die Tochter, an der Talanx gut 50 Prozent hält, hatte ihr Gewinnziel von 800 Millionen Euro bestätigt.

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