T-Mobile ist in den USA auf Rekordkurs

T-Mobile ist in den USA auf Rekordkurs

Nach Jahren des Niedergangs feiert die Deutsche Telekom in den USA ein starkes Comeback. Die dortige Tochter T-Mobile US lockt dank eines kostspieligen Strategieschwenks scharenweise lukrative Kunden. Der viertgrößte US-Mobilfunkanbieter gewann im dritten Quartal unterm Strich 648.000 neue Abonnenten hinzu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das waren 200.000 mehr als von Analysten erwartet. Es ist der zweite Anstieg in Folge für T-Mobile US, nachdem die Kunden dreieinhalb Jahre lang zu Rivalen wie Verizon Wireless und AT&T gewechselt waren.

Das schmeckt den Anlegern: 648.000 neue Kunden - um 200.000 mehr als erwartet - vermeldete die T-Mobile USA bei der heutigen Bekanntgabe der neuen Quartalszahlen. An der New Yorker Börse sprang die T-Mobile-Aktie in der Folge um bis zu vier Prozent nach oben auf ein Rekordhoch von 29,50 Dollar. Seit der Erstnotiz von T-Mobile US im Mai hat sich der Kurs damit beinahe verdoppelt.

T-Mobile Chief Executive John Legere erntet inzwischen die Früchte einer Neuausrichtung auf dem hart umkämpften amerikanischen Markt. In New York ist das Unternehmen bereits die Nummer Eins, jetzt will man im Rest der USA hoch hinaus. Die Wende kam durch den Ausbau des einst löcherigen Handynetzes und die Einführung des iPhones, das der Telekom-Ableger nach großer Verspätung erst seit April anbietet. Bereits im zweiten Quartal konnte das Unternehmen 688.000 neue Vertragskunden gewinnen. Der Erfolg macht das Management optimistischer: Es erwartet für das Gesamtjahr mittlerweile einen deutlich stärkeren Kundenzuwachs um bis zu 1,8 Millionen - bislang war ein Plus von höchstens 1,2 Millionen angepeilt.

Das US-Geschäft ist einer der größten Brocken in der Telekom-Bilanz. 2012 machte es gut ein Viertel des Gesamtumsatzes aus. Die Zwischenbilanz des Konzerns wird am Donnerstag veröffentlicht.

Schwarze Zahlen im Visier

T-Mobile US nähert sich mit großen Schritten der Gewinnzone. Der Fehlbetrag im abgelaufenen Quartal schrumpfte auf 36 Millionen Dollar zusammen von 7,7 Milliarden vor Jahresfrist. Der Umsatz kletterte auf 6,7 von 4,9 Milliarden Dollar vor allem dank des Zusammenschlusses mit dem Regionalanbieter MetroPCS im Mai. Am fusionierten Unternehmen hält der Bonner Konzern 74 Prozent der Anteile. Der Schulterschluss in den USA kam die Telekom allerdings teuer, da sie zuvor Milliarden auf T-Mobile US abschreiben musste. Deshalb verbuchte der Bonner Konzern 2012 unter dem Strich einen Verlust von 5,3 Milliarden Euro.

In den Vereinigten Staaten blickt er auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Im Jahr 2001 hatte der damalige Konzernchef Ron Sommer für den T-Mobile-Vorgänger Voicestream 40 Milliarden Euro gezahlt. Danach war der Ableger lange Zeit Wachstumslokomotive des Konzerns, bis Ende des Jahrzehnts nicht mehr genug Geld in das Netz gesteckt wurde. Dadurch fiel die US-Tochter immer weiter zurück. Ein Verkauf an AT&T scheiterte 2011 am Widerstand der US-Kartellbehörden. Langfristig will die Telekom weiterhin aus dem Markt aussteigen.

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