Swiss Re: Sparprogramm und Umbau der Lebensversicherungs-Sparte

Swiss Re: Sparprogramm und Umbau der Lebensversicherungs-Sparte

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re stellt sein Geschäft mit Kranken- und Lebensversicherungen neu auf. Der Umbau werde im kommenden Jahr rund eine halbe Milliarde Dollar kosten, sagte Finanzchef George Quinn am Montag vor einer Investorenveranstaltung. Dennoch könnten die Aktionäre mit steigenden Ausschüttungen rechnen. "Unsere höchste Priorität bleibt aber die Auszahlung einer attraktiven und steigenden, regulären Dividende", versicherte Quinn.

Notwendig ist der Umbau der Sparte Life & Health, weil Risiken in der Vergangenheit zu optimistisch eingeschätzt worden waren. Betroffen sind Verträge, die vor 2004 abgeschlossen wurden. Das Gros entfällt auf das Geschäft, das Swiss Re im März im Zuge der Beilegung eines Disputs vom US-Starinvestor Warren Buffett zurückgenommen hatte. 2015 soll die Sparte Life & Health, die für rund ein Drittel der Prämieneinnahmen des Konzerns steht, dann eine Eigenkapitalverzinsung von zehn bis zwölf Prozent abwerfen. Im Vorjahr waren es 8,9 Prozent.

Außerdem legt Swiss Re ein Sparprogramm auf. Dadurch sollen die Kosten konzernweit bis 2015 um 250 bis 300 Millionen Dollar gesenkt werden. Ein Jobabbau sei damit nicht verbunden, erklärte Quinn. Das eingesparte Geld soll in Bereiche investiert werden, die ein attraktive Rendite versprechen - beispielsweise in den Ausbau des Geschäfts in den aufstrebenden Ländern. Chancen wittert der Konkurrent des Branchenprimus Münchener Rück vor allem in China, Indien, Indonesien, Brasilien und Mexiko. 2015 soll ein Viertel der Prämieneinnahmen in Wachstumsmärkten erzielt werden, 2012 belief sich der Anteil auf 15 Prozent.

Finanzziele werden nicht angetastat

An seinen Finanzzielen rüttelt Swiss Re nicht. Bis 2015 peilen die Schweizer im Schnitt eine Gewinnsteigerung je Aktie um zehn Prozent an. Die Eigenkapitalverzinsung solle 700 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz liegen. Um die Eigenkapitalrendite zu maximieren will der Konzern die Verschuldung bis 2016 um mehr als vier Milliarden Dollar zurückfahren. Dazu sollen unter anderem vorrangige Verbindlichkeiten zurückgekauft werden.

An der Börse verursachte der Investorentag keine Wellen. Die Swiss Re-Aktien fielen zwar um 1,9 Prozent auf 66,25 Franken, sie bewegten sich damit jedoch im Einklang mit dem schwachen Börsenumfeld.

Swiss Re setzt im Preiskampf auf Größe

In puncto Preiskampf setzt Swiss Re setzt auf seine Größe: Der Schweizer Rückversicherungskonzern will indes in einem von Preisdruck geprägten Geschäft mit Sach- und Unfallversicherungen sein Marktgewicht und seine Kundennähe in die Waagschale werfen. "Ich denke, wir sind besonders gut aufgestellt, um gegen all das hereinkommende Kapital anzutreten", sagte Finanzchef George Quinn am Montag zu Reuters. "Wir werden unsere starken Kundenbeziehungen zu unserem Vorteil nützen, den Umfang der von uns bereitgestellten Kapazitäten." Vorsprung gegenüber Mitbewerbern verspricht er sich durch die im Konzern vorhandene Expertise und das breite Rückversicherungs-Angebot.

Vor allem in den USA drängen Anbieter in die Katastrophen-Rückversicherung und es fließe viel Geld in das Geschäft, erklärte Quinn. "Aus einer Gesamtperspektive müssen wir in der Sach- und Naturkatastrophen-Versicherung in den USA sicherlich mit Margendruck rechnen. Aber wir rechnen nicht damit, die zu sein, die darunter am meisten leiden." Am härtesten treffen dürfte es seiner Einschätzung nach Versicherungsbroker.

Marktführer Münchener Rück und Swiss Re spielen in der Rückversicherung mit 28 Milliarden Euro beziehungsweise gut 25 Milliarden Dollar Prämieneinnahmen im Jahr 2012 in einer eigenen Liga. Mit einigem Abstand folgt auf Platz drei Hannover Rück mit knapp 14 Milliarden Euro.

Nachdem in den letzten Jahren immense Naturkatastrophen das Prämienniveau hoch gehalten hatten, spüren die Rückversicherer in diesem Jahr mehr Gegenwind. Bei den Vertragserneuerungen im Januar, bei der das Gros der Schadenversicherungs-Verträge ausgehandelt wird, erzielte Swiss Re noch ein Prämienplus von elf Prozent. Im April brachte die Erneuerungsrunde, die vor allem das Geschäft in Asien betraf, dann nur noch ein moderates Wachstum - und die Preise für die Deckung von Spitzenrisiken durch Naturkatastrophen in den USA und Japan stiegen kaum noch.

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